Landesprogramm „Gute und sichere Arbeit“

Gezielte Hilfen

Landesprogramm fördert gute und sichere Arbeit

Wir wollen den Menschen in Baden-Württemberg, die schon lange arbeitslos sind, die Teilhabe am Erwerbsleben zu fairen Bedingungen eröffnen. Von der guten wirtschaftlichen Situation in unserem Land profitieren leider nicht alle Menschen.

Das Landesprogramm „Gute und sichere Arbeit“ soll zur Integration von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt beitragen. Die geförderten Maßnahmen und Projekte sind besonders ausgerichtet auf:

  • Jüngere Menschen ohne Berufsausbildung;
  • Langzeitarbeitslose, insbesondere Alleinerziehende, Ältere oder Migrantinnen und Migranten.


Mit fünf Bausteinen sollen Lücken im bestehenden Fördersystem geschlossen und gleichzeitig nachgewiesen bzw. aufgezeigt werden, dass eine entsprechende Weiterentwicklung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente im Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) auf Bundesebene sinnvoll und zweckmäßig ist.

Sozialer Arbeitsmarkt / Passiv-Aktiv-Tausch Sozialer Arbeitsmarkt / Passiv-Aktiv-Tausch

  • Aktive Teilhabe statt passiver Empfang von Mitteln

    Mit der modellhaften Entwicklung eines sozialen Arbeitsmarktes ermöglicht das Land langzeitarbeitslosen Menschen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen eine sozialpädagogisch begleitete, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
    Statt den so genannten Regelbedarf und die Kosten für die Unterkunft zu finanzieren, können diese Leistungen beim „Passiv-Aktiv-Tausch“ als Zuschuss für eine Beschäftigung eingesetzt werden. So wird der passive Empfang von Arbeitslosengeld ersetzt durch aktive Teilhabe am Arbeitsleben (Passiv-Aktiv-Tausch).
    Die Förderleistungen bestehen aus:

    • einem Zuschuss des Jobcenters an den Arbeitgeber;
    • einem pauschalen Zuschuss von 400 Euro vom Stadt- oder Landkreis an den Arbeitgeber an Stelle der ersparten Aufwendungen für Unterkunft und Heizung;
    • einer vom Stadt- oder Landkreis organisierten, aufsuchenden Betreuungsfachkraft.

    Durch die Arbeit können die Menschen wieder aktiv an dem gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Es handelt sich um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse mit einem Lohn von mindestens 8,50 Euro, also „gute Arbeit“ auch für Benachteiligte. Insgesamt soll kein zusätzlicher Kostenaufwand ausgelöst werden.

    Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation unseres Programms „Modellhafte Entwicklung eines sozialen Arbeitsmarktes ,Passiv-Aktiv-Tausch‘(PAT)" bestätigt den Erfolg des Modellprojektes. Viele Menschen, die schon lange arbeitslos waren, konnten im Rahmen des Modellprojektes wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden und haben dadurch die Chance, aktiv an der Gesellschaft teilzunehmen. Damit nahm nicht zuletzt ihre Lebenszufriedenheit zu.

Ausbildung für Benachteiligte / Assistierte Ausbildung / Teilzeitausbildung Ausbildung für Benachteiligte / Assistierte Ausbildung / Teilzeitausbildung

  • Benachteiligte Jugendliche mit Ausbildungsproblemen, Langzeitarbeitslose oder Frauen nach der Familienphase haben es auf dem Arbeitsmarkt oft schwer. Deshalb hat die Landesregierung für diese Gruppen spezielle Ausbildungsprogramme entwickelt. Insgesamt profitieren davon bis Ende 2018 rund 6.800 Personen. Die Projekte werden vom Land und vom Europäischen Sozialfonds mit insgesamt 22,5 Mio. Euro gefördert und von der Bundesagentur für Arbeit mit weiteren Mitteln kofinanziert.

    Benachteiligte Jugendliche
    Das sehr erfolgreiche Projekt „carpo - assisitierte Ausbildung“ wird bis Mitte 2016 in die Bundesförderung übergeleitet. Auf Landesebene startet ein assistiertes Ausbildungsprogramm für junge Flüchtlinge. Daneben fördert das Land die Berufsvorbereitung durch das berufspraktische Jahr „BPJ 21“. die Jugendlichen werden intensiv sozialpädagogoisch begleitet, damit sie eine ausbildung beginnen und erfolgreich abschließen können.

    Das Projekt carpo

    Teilzeitausbildung für alleinerziehende Frauen
    Bei Alleinerziehenden scheitert eine erfolgreiche Ausbildung oft daran, dass sie Kinderbetreuung und Ausbildung nicht vereinbaren können. Deshalb fördern wir die Teilzeitausbildung für Alleinerziehende und ab 2015 auch für Pflegende.

Nachhaltigkeit der Integration in den Arbeitsmarkt Nachhaltigkeit der Integration in den Arbeitsmarkt

  • Langzeitarbeitslose dauerhaft ins Erwerbsleben integrieren

    Zu den Herausforderungen des Arbeitsmarkts in Baden-Württemberg gehört auch, dass nur etwa die Hälfte der von Langzeitarbeitslosen eingegangenen Beschäftigungsverhältnisse länger als sechs Monate Bestand hat. Nur jeder Dritte nimmt ein so genanntes „Normalarbeitsverhältnis“ auf. Viele der für Langzeitarbeitslose erreichbaren Beschäftigungsverhältnisse sind nur auf kurze Zeiträume angelegt. Daher wird in Baden-Württemberg die Notwendigkeit gesehen, innovative Ansätze zur Unterstützung einer Verstetigung und nachhaltigen Stabilisierung von neu eingegangenen Beschäftigungsverhältnissen zu entwickeln.

    Für die Jahre 2015 bis 2017 fördert Baden-Württemberg solche Projekte mit ca. 5,5 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Diese werden gegebenenfalls durch Landesmittel ergänzt. Bis Ende 2014 wurden ESF-Mittel in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

    Die Ergebnisse der Projekte werden wissenschaftlich erfasst und ausgewertet.

    Auf der ESF-Website findet sich eine Übersicht der Aufrufe des Förderbereichs Arbeit & Soziales.

Unterstützung von Arbeitslosen(beratungs)zentren Unterstützung von Arbeitslosen(beratungs)zentren

  • Paragraphen, Bestimmungen, Formulare….   Lotsen durch schwieriges Gelände

    Die Ursachen für Langzeitarbeitslosigkeit sind vielfältig. Hinzu kommt die immer komplexer werdende Rechtslage, die dazu führt, dass die Betroffenen nur noch schwer erkennen können, welche Leistungen überhaupt gesetzlich vorgesehen sind und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. Deshalb unterstützen wir in einem Modellversuch Arbeitslosen(beratungs)zentren.

    Aufgaben:

    • Entwicklung von Projekten zur unabhängigen, ganzheitlichen Beratung und engmaschigen Betreuung von Arbeitslosen,
    • Aktivierung zur Selbsthilfe,
    • Hilfe im Umgang mit Behörden und Gerichten,
    • Gewinnung, Qualifizierung und Begleitung ehrenamtlicher Helfer
    • Gestaltung institutionalisierter Kooperationsansätze vor Ort.

    Als Partner des Projekts wurden zwölf erfahrene Dienste ausgewählt. Diese erhalten eine Grundförderung sowie eine individuelle Zusatzförderung für die Beratung, Begleitung und Qualifizierung ehrenamtlicher Helfer und die Durchführung von Info-Veranstaltungen.

    Eine Übersicht der zwölf Projektpartner steht in Form einer Karte als PDF zum Download zur Verfügung.

Arbeit und Gesundheit Arbeit und Gesundheit

  • Gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rechnen sich

    Aufgrund des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung wird es immer wichtiger, Arbeitskräfte durch ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement gesund zu halten.

    Elf Leitsätze für gesunde und gute Arbeitsverhältnisse in Baden-Württemberg

    Am 18. März 2015 hat das Sozialministerium gemeinsam mit den Sozialpartnern, den Sozialversicherungen und der Bundesanstalt für Arbeit das Bündnis „Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg“ geschlossen. Das gemeinsame Ziel ist, mit besonderen Maßnahmen die negativen Folgen von arbeitsbedingten Belastungen zu minimieren und die persönlichen Ressourcen und die Gesundheitskompetenz zu stärken. Von besonderer Bedeutung sind gesundheitsfördernde Prozesse, Strukturen und die Kommunikationskultur im Unternehmen, eine betriebsärztliche Versorgung und die Beachtung der Sicherheitsbestimmungen.

    Projektbeispiele:

    • Betsi (Beschäftigungsfähigkeit teilhabeorientiert sichern), ein Präventionsprogramm, das die Deutsche Rentenversicherung nach einer erfolgreichen Pilotphase in Baden-Württemberg bundesweit u. a. mit der IKKclassic anbietet. Es wendet sich an Beschäftigte, die am Arbeitsplatz gesundheitliche Probleme haben.
      Deutsche Rentenversicherung: Infos zum Programm „Betsi“
    • BalancePLUS, ein berufsbegleitendes Präventionsangebot der Rentenversicherung, das speziell auf die Bedürfnisse betrieblich Beschäftigter angepasst ist und Beschwerden am Arbeitsplatz vorbeugen soll.
    • Replieka, eine dreiwöchige Reha-Maßnahme für Versicherte der AOK, die von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen sind.
    • Zentrale und regionale ESF-Projekte zur nachhaltigen Integration von langzeitarbeitslosen Menschen mit gesundheitlichen Problemen, insbesondere auch mit Suchtproblemen.

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