Gesundheitstelematik

Gesundheitstelematik

Bessere medizinische Versorgung durch IT

  • 3D-Scan des menschlichen Körpers

Der Einsatz von modernen Informationstechnologien, wie z. B. der elektronischen Datenübertragung und -steuerung nimmt im Bereich des Gesundheitswesens immer mehr zu. Sie spielen eine immer wichtigere Rolle für Patienten und Gesundheitsdienstleister, wie z. B. niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser, Rettungsdienst, Apotheken, Rehabilitationseinrichtungen etc. Für die zukünftige Entwicklung im Gesundheitswesen ist absehbar, dass durch die Anwendungen der Telematik die Gesundheitsversorgung qualitativ verbessert werden kann.

Der Begriff „Gesundheitstelematik“ (International: E-Health) ist zusammengesetzt aus den Wörtern GESUNDHEITSwesen, TELEkommunikation und InforMATIK und bezeichnet alle einrichtungsübergreifenden und ortsunabhängigen Anwendungen der elektronischen Datenübertragung und -steuerung im Gesundheitswesen. Dabei unterscheidet man in der Gesundheitstelematik zwischen drei großen Anwendungsbereichen:

  • Medizinische und administrative Anwendungen für die Patientenbehandlung
  • Anwendungen, die den Bürgern und Patienten, aber auch den medizinischen Experten Information und Wissen zur Verfügung stellen
  • Anwendungen zur Unterstützung der Forschung und der Gesundheitsberichterstattung

Die geläufigsten Anwendungen sind in einer Tabelle zusammengefasst, die rechts zum Download zur Verfügung steht.

Tele-Betreuungsdienste

Mit dem Begriff „Tele-Betreuungsdienste“ werden alle informationstechnischen Einrichtungen verstanden, die älteren Menschen, chronisch Kranken und Pflegebedürftigen ein Leben mit medizinischer Betreuung und Versorgung zu Hause ermöglichen sollen.

Beispiele für Tele-Betreuungsdienste:

  • Betreuung von Parkinson-Patienten mit einer Bild- und Kommunikationsübertragung von der Wohnung zum behandelnden Arzt im Krankenhaus oder in die Praxis des Hausarztes (Telemonitoring)
  • Überwachung der Vitalwerte von Personen mit Herz-Kreislauferkrankungen mittels elektronischer Messeinrichtungen und Datenübertragung an Überwachungseinrichtungen (Telehomecare)
  • Versorgung der Bevölkerung in strukturschwachen ländlichen Gebieten durch Überwachung der Vitalwerte von Patientinnen und Patienten, die an Diabetes und Bluthochdruck leiden.

Teleradiologie

In der Teleradiologie werden Bilddaten und Videomaterial übertragen, mit deren Hilfe der behandelnde Arzt einen Fachkollegen konsultieren, eine Zweitmeinung einholen und weitere wichtige Therapiemaßnahmen koordinieren kann.

Beispiel: Eine eine Patientin oder ein Patient wird mit Verdacht auf Schlaganfall oder mit schweren Schädel-Hirn-Verletzungen in einem Krankenhaus mit einer speziellen Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) eingeliefert. Die Ärzte vor Ort schicken die Röntgenaufnahmen des Schädels innerhalb weniger Minuten elektronisch den Fachspezialisten der Neuroradiologie, Neurologie und Neurochirurgie an den Universitätskliniken. Gemeinsam kann dann geklärt werden, ob die Patientin oder der Patient direkt in die Uniklinik verlegt werden muss oder welche Therapiemaßnahmen in der Stroke Unit eingeleitet werden müssen.

Teleradiologie-Projekt: Das Sozialministerium hat ein Teleradiologie-Projekt in Baden-Württemberg mit 5,5 Mio. € finanziert, an dem sechs Projektträger mit 44 Krankenhäusern teilgenommen haben. Das Projekt konnte 2005 erfolgreich eingeweiht werden. Aufgrund des erfolgreichen Einsatzes wird das Teleradiologie-Netzwerk in Baden-Württemberg seit 2008 flächendeckend ausgebaut. Bisher waren die Regionen Oberschwaben und Franken, die Landkreise Tübingen, Reutlingen und Freudenstadt nicht angeschlossen. Die Anbindung an das bestehende Netzwerk soll nun bis Ende 2013 erfolgen.

Mit der Anbindung weiterer Fachabteilungen, wie z. B. der Kardiologie soll das medizinische Know-how auch an die kleineren Krankenhäuser in die ländlichen Versorgungsregionen transferiert werden. Der fachübergreifende Ausbau des bestehenden telemedizinischen Netzwerkes wird voraussichtlich bis Ende 2014 erfolgen.

Für die Fortführung des Teleradiologie-Projektes sind noch einmal insgesamt 4 Mio. Euro vom Land bereitgestellt worden.

Telechirugie-Projekt: Eine weitere Anwendung ist die Supervision eines Chefarztes von chirurgischen Abteilungen mehrerer weit auseinander liegender Krankenhäuser. Der Chefarzt steht mit Hilfe von elektronischer Bild- und Kommunikationsübertragung direkt mit den operierenden Ärzten im Operationssaal (OP) eines weit entfernt liegenden Krankenhauses in Verbindung. Er kann mit den Ärzten während der Operation wichtige Behandlungsschritte besprechen und Anweisungen geben, obwohl er 20 km vom OP entfernt in seinem Büro sitzt. Bei den regional-kirchlichen Krankenhäusern (RKK) im Raum Freiburg hat das Sozialministerium das Telechirurgie-Projekt mit ca. 1 Mio. € finanziert. Seit 2005 wird die Telechirurgie routinemäßig in den Krankenhäusern einge-setzt.

Eine Übersichtskarte zum Ausbau des Teleradiologie-Projekts finden Sie rechts zum Herunterladen.


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