Runder Tisch Geburtshilfe

Runder Tisch Geburtshilfe
  • 20.03.2019

Bessere Rahmenbedingungen für Geburtshilfe und Hebammenversorgung

  • Blick auf Tischrunde mit Staatssekretärin Bärbl Mielich

    Bild: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Mit dem Runden Tisch Geburtshilfe will die Landesregierung die flächendeckende Versorgung für werdende Mütter in Baden-Württemberg zukunftsfest weiterentwickeln. Gemeinsam mit den baden-württembergischen Akteuren der Geburtshilfe werden Empfehlungen und Maßnahmen für eine qualitativ hochwertige Geburtshilfe erarbeitet.

Eine gute Versorgung von Frauen vor, während und nach der Geburt ist dauerhaft und unabhängig vom Wohnort zu gewährleisten. Da es in Baden-Württemberg jedoch regionale Versorgungsengpässe bei einzelnen Leistungen der Geburtshilfe gibt, hat das Ministerium für Soziales und Integration Anfang 2017 einen „Runden Tisch Geburtshilfe“ ins Leben gerufen. Unter der Leitung von Staatssekretärin Bärbl Mielich bringen dort Vertreterinnen und Vertreter aus allen in der Geburtshilfe beteiligten Fachrichtungen und Institutionen sowie Betroffene ihre Expertise und Erfahrungen ein. Das Gremium kommt mehrmals im Jahr zusammen.

Vertreten sind

  • Elterninitiativen,
  • der Hebammenverband Baden-Württemberg,
  • die Kassenärztliche Vereinigung
  • die Krankenhausgesellschaft,
  • gesetzliche Krankenversicherungen,
  • Kommunale Landesverbände,
  • die Landesärztekammer und
  • Frauen-, Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte.

Bericht zur Versorgungssituation in der Geburtshilfe

In der konstituierenden Sitzung des Runden Tisches am 24. Januar 2017 wurde beschlossen, zunächst die aktuelle Versorgungssituation in Baden-Württemberg zu analysieren. Im Auftrag des Ministeriums für Soziales und Integration untersuchte das Heidelberger Institut für Global Health, wie viele Hebammen und Geburtshelfer mit welchem Leistungsangebot aktiv sind und in welchen Gebieten es eine Unterversorgung gibt. Die wichtigsten Erkenntnisse des im Frühjahr 2018 veröffentlichten Berichts: Immer mehr Kliniken in Baden-Württemberg haben Probleme, offene Stellen für Hebammen und Fachärztinnen und -ärzte zu besetzen, und der Großteil der freiberuflich tätigen Hebammen erhält mehr Anfragen, als diese annehmen können.

Empfehlungen, Maßnahmen und neue Impulse

Auf Basis des Berichts und unterstützt durch ein Institut erarbeitet der Runde Tisch Geburtshilfe Empfehlungen und Maßnahmen, wie die Situation in der Geburtshilfe in Baden-Württemberg verbessert werden kann. Im November 2018 informierten sich Teilnehmende des Runden Tisches auf einer dreitägigen Exkursion über zukunftsweisende Konzepte und Projekte in der Geburtshilfe in den Niederlanden. Dort werden werdende Mütter sektorenübergreifend in einem integriert aufgebauten Netzwerk von Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und den dort üblichen „Wochenbettpflegerinnen“ versorgt. Wie in den meisten EU-Mitgliedsstaaten ist der Hebammenberuf in den Niederlanden bereits seit längerem ein Bachelorstudiengang. Derzeit werden auch Masterstudiengänge aufgebaut.

In Baden-Württemberg wurde im Oktober 2018 der bundesweit erste primärqualifizierende Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft eingerichtet. Ergänzend zu den bisherigen Ausbildungswegen an Schulen bietet dieser eine Kombination aus wissenschaftlicher Qualifikation und praktischer Ausbildung. Der Studiengang ist Teil des Programms „Akademisierung der Gesundheitsfachberufe“, mit dem 775 Studienplätze gefördert werden. Das Land investiert hierfür seit 2015 jährlich rund 10 Millionen Euro. Im Bereich Hebammenwesen werden 105 Bachelorstudienplätze gefördert.

Parallel hat sich Baden-Württemberg intensiv dafür eingesetzt, die Neuausrichtung der Hebammenausbildung durch den Bund zeitlich zu forcieren. Um die Zahl der Hebammen rasch zu erhöhen, hat das Land die Kapazitäten zur Hebammenausbildung bis 2019 um 146 Plätze auf insgesamt 626 Ausbildungsplätze aufgestockt. Auch die Versorgung mit Ärztinnen und Ärzten in Baden-Württemberg soll sowohl im ambulanten Bereich als auch in den Krankenhäusern gesichert werden. Dazu hat das Land im Herbst 2018 angekündigt, die Anzahl der Medizinstudienplätze um 150 Plätze zu erhöhen.

Auf Bundesebene hat das Ministerium für Soziales und Integration die Thematik unter anderem in die Gesundheitsministerkonferenz eingebracht. Der Bund wurde gebeten, die in den Ländern vorhandenen Erkenntnisse zu nutzen und ein Gutachten zur Versorgungssituation und zu erforderlichen Maßnahmen in der Geburtshilfe und Hebammenversorgung in Auftrag zu geben.