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Perspektivenwechsel
  • 02.10.2015

Neuausrichtung der Seniorenpolitik eingeleitet

Beim landesweiten „Tag der Seniorenräte“ in Bad Cannstatt hat Sozialministerin Katrin Altpeter die Grundzüge der neuen Seniorenpolitik der Landesregierung vorgestellt. Kernpunkt sei ein Perspektivenwechsel in der Seniorenpolitik, der bereits auf zahlreichen Politikfeldern eingeleitet worden sei. „Wir wollen damit erreichen, dass der Gewinn an Lebenszeit als Chance für den Einzelnen und für die ganze Gesellschaft begriffen wird.“

Die Ministerin teilte mit, dass sie ihr seniorenpolitisches Gesamtkonzept in der kommenden Woche in das Kabinett einbringen werde. Es sei unter Mitwirkung aller Ministerien entstanden und in einem breiten Beteiligungsprozess in seniorenpolitischen Werkstattgesprächen entwickelt worden, so die Ministerin. Leitgedanke der Seniorenpolitik der Landesregierung sei es, den Menschen im Land auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben und eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.

Blick auf Kompetenzen und Potenziale von älteren Menschen richten

Altpeter: „Ältere Menschen sind heute oft viel länger gesund und fit als früher. Wir dürfen deshalb das Alter nicht mehr wie bisher als Lebensphase der Defizite und des körperlichen Abbaus betrachten. Wir müssen den Blick vielmehr auf die Stärken und Ressourcen der älteren Menschen richten.“

Das neue seniorenpolitische Gesamtkonzept der Landesregierung ziele deshalb darauf ab, ältere Menschen darin zu unterstützen, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten aktiv in die Gesellschaft einzubringen.  

Altpeter: „Wir wollen einen wertschätzenden, diskriminierungsfreien Umgang der ganzen Gesellschaft mit den älteren Menschen befördern und wir wollen mehr Chancen für Ältere auch auf dem Arbeitsmarkt. Wir setzen auch auf Impulse durch die Beteiligung unserer leistungsfähigen und gestaltungswilligen älteren Generation, nicht zuletzt durch das bürgerschaftliche Engagement und den Wissenstransfer.“

Zusammenleben der Generationen im Sozialraum

In ihrer Rede machte die Ministerin anhand zahlreicher Beispiele deutlich, dass der Perspektivenwechsel in der Seniorenpolitik in Baden-Württemberg auf vielen Gebieten bereits eingeleitet worden sei. Das gelte für das selbständige Wohnen im Alter genauso wie für das Zusammenleben der Generationen im Sozialraum.

Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Vereine, aber auch zunehmend Wohnungsbaugesellschaften hätten inzwischen den Nutzen einer generationenübergreifenden Quartiersentwicklung in Verbindung mit bürgerschaftlichem Engagement erkannt.

Altpeter: „Unsere seniorenpolitischen Werkstattgespräche haben eindrucksvoll bestätigt, dass der älteren Generation der Austausch mit den Jüngeren ganz besonders am Herzen liegt. Soziale Treffpunkte wie Mehrgenerationenhäuser, Reparaturcafés oder Werkstattangebote von Älteren für Jugendliche, Anlaufpunkte für Engagierte und ähnliche Initiativen unterstützen dieses Lebendig-Werden eines Quartiers.“

Das Zusammenleben von Jung und Alt im Quartier ist nach den Worten von Ministerin Altpeter auch ein Mittel, um fehlende Familienunterstützung zu ersetzen. „Dies braucht auch die Bereitschaft der älteren Menschen selbst, nicht nur nebeneinander, sondern miteinander und füreinander leben zu wollen und selbst Hilfe anzunehmen!“ Für manche sei das ein großer Schritt, der sie Überwindung koste.


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