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Kinderschutz
  • 15.01.2018

Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha: Freiburger Missbrauchsfall wird untersucht

  • Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha (Foto: © dpa)

    Quelle: © dpa

Baden-Württembergs Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha will die Rolle von Behörden und Justiz im Fall des jahrelang missbrauchten Neunjährigen im Raum Freiburg durch das Land überprüfen lassen.

„Soweit ich die Sachlage bis jetzt kenne, war es ja nicht so, dass die Behörden nicht auf die Missstände in der Familie hingewiesen hätten“, sagte er am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Freiburg. „Deshalb müssen wir nun auch mit den Kollegen der anderen Ministerien, also auch dem Justizministerium überprüfen, wo hier etwas schiefgelaufen ist.“ Zudem gehe es darum, dem Neunjährigen nun optimal zu helfen.

„Bevor wir pauschal urteilen, müssen wir die Vorfälle gründlich, transparent und zügig untersuchen“, sagte der Minister. Das werde er innerhalb der Landesregierung anstoßen. Jugendhilfe sei zwar eine so genannte weisungsfreie Pflichtaufgabe der Kommunen. Dennoch müsse das Land jetzt genau hinschauen, ob und wo es Nachbesserungsbedarf gebe. Auch müsse dem Jungen geholfen werden, „damit er überhaupt noch die Chance auf eine eigene Biografie hat“.

Das Kind war den Ermittlungen zufolge von seiner Mutter und deren Lebensgefährten im Internet gegen Geld für Vergewaltigungen vermittelt worden. Das Jugendamt hatte den Jungen nach Hinweisen der Polizei im vergangenen März aus der Familie genommen. Zwei Gerichte hatten diese Entscheidung aber nicht mitgetragen, der Junge kam daraufhin zurück in die Familie, in der es zu den Taten kam.

Quelle: dpa/lsw


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