Pressemitteilung

Gesundheit
  • 18.05.2018

Ergebnisse des Förderaufrufes Diabetesprävention liegen vor

Immer mehr Menschen, vor allem auch Kinder und Jugendliche, erkranken an Diabetes. Das Ministerium für Soziales und Integration hatte deshalb im Jahr 2017 zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention einen Förderaufruf Diabetesprävention an die Stadt- und Landkreise mit Kommunalen Gesundheitskonferenzen gerichtet. Nun liegen Ergebnisse aus zwei geförderten Landkreisen vor.

Ziel des Förderaufrufes Diabetesprävention war es, den Ausbau der regionalen Diabeteskompetenz in den Land- und Stadtkreisen über die Kommunalen Gesundheitskonferenzen voranzutreiben und die Diabetesprävention strukturell zu verankern.

Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha stellte anlässlich der nun erfolgten Veröffentlichung der Ergebnisse fest: „Diabetes mellitus Typ 2 ist eine der wesentlichen chronischen Stoffwechselerkrankungen. Sie hat zudem eine erhebliche volkswirtschaftliche Bedeutung. Um der Entwicklung und den Folgen entgegenzuwirken, bauen wir die regionale Diabeteskompetenz in den Land- und Stadtkreisen aus und verankern Diabetesprävention strukturell vor Ort.“

Regierungspräsident Wolfgang Reimer, zu dessen Haus auch das Landesgesundheitsamt gehört, gab zu bedenken: „Es ist besorgniserregend, dass von dieser Stoffwechselerkrankung zunehmend auch jüngere Menschen und sogar Jugendliche betroffen sind. Neben einer guten Versorgung sind mir daher die Gesundheitsförderung und die Prävention wichtige Anliegen. Nur so können wir die Krankheitslast und die Folgen der Krankheit reduzieren“, betonte er.

Abschlussberichte aus geförderten Landkreisen

Der Landkreis Lörrach und der Hohenlohekreis konnten im Rahmen des Förderaufrufes gefördert werden. Die nun veröffentlichten Abschlussberichte der beiden Landkreise fassen die Ergebnisse zusammen. (siehe unten)  

Minister Lucha lobte die beiden teilnehmen Kreise: „Ich freue mich, dass die Fördermittel gut angelegt wurden und als Ergebnis jeweils ein erfolgreicher Aufbau eines regionalen Netzwerkes entstanden ist.“

Regierungspräsident Reimer hob dabei noch zwei Einzelprojekte hervor: „Beide Landkreise haben neben der strukturellen Aufgabe auch Projekte umgesetzt, die dazu dienen, Informationen zum Thema Diabetes besser zugänglich zu machen. Das ist ein wichtiger Baustein.“  Die erfolgreich gestarteten Aktivitäten sollen andere Land- und Stadtkreisen inspirieren, eigene Projekte zur Diabetesprävention anzustoßen.

Fachbeirat und Maßnahmenplan

Auf Landesebene wurde zur Umsetzung des prioritären Gesundheitsziels „Diabetes mellitus Typ 2 Risiko senken und Folgen reduzieren“ im März 2014 zunächst ein Fachbeirat Diabetes Baden-Württemberg eingerichtet, um das Ministerium für Soziales und Integration in diesem Themenbereich zu beraten.

2015 erarbeitete der Fachbeirat Diabetes der Maßnahmenplan „Diabetes mellitus Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes“. Die darin dargestellten Themenschwerpunkte hinsichtlich Hintergrund, aktuellem Stand, Zielen, Maßnahmen, Daten und aktuellen Herausforderungen können unverändert weiterhin als Grundlage für Empfehlung von Maßnahmen herangezogen werden. Vom Fachbeirat wurde das Ziel „Erkrankungsrisiko senken durch Gesundheitsförderung und Prävention“ als ein prioritäres vorgeschlagen, welches vom Ministerium für Soziales und Integration im Jahr 2017 durch den Förderaufruf Diabetesprävention aufgegriffen wurde.

Informationen zu den Kommunalen Gesundheitskonferenzen

Als „Fachdialog“ auf der Ebene der Landkreise und Stadtkreise sind die Kommunalen Gesundheitskonferenzen wichtige Partner des Landes zur Umsetzung des Zukunftsplans Gesundheit. Sie stellen ein wesentliches Instrument dar, um gesundheitliche Themen mit örtlichem Bezug aufzugreifen, zu bündeln und zu bearbeiten.  Seit 2010 wurden in bisher 37 Land- und Stadtkreisen Kommunale Gesundheitskonferenzen eingerichtet.

Zu ihren Aufgaben gehören regionale Analysen und Diskussionsprozesse zur Entwicklung kommunaler Ziele für die Bereiche der Gesundheitsförderung, Prävention, medizinischer Versorgung sowie der Pflege. Die Umsetzung dieser Ziele soll im Rahmen entsprechender Fachplanungen erfolgen.

Ergänzende Informationen

Der deutschlandweite DEGS-Survey des Robert-Koch-Institutes aus dem Jahr 2011 zeigte, dass 7,2 Prozent (bundesweit) bzw. 6,3 Prozent (Baden-Württemberg und Bayern) der Bevölkerung im Alter von 18 bis 79 Jahren an einem Diabetes erkrankt waren. Auch aktuelle Surveys wie die GEDA-Befragung 2014/2015 des Robert-Koch-Institutes bestätigen die Häufigkeit mit 7,7 Prozent bundesweit bzw. 6,3 Prozent für Baden-Württemberg.

Die hohe und tendenziell zunehmende Zahl an Diabeteserkrankungen in der Bevölkerung stellt das deutsche Gesundheitssystem sowie auf Grund der erheblichen Kosten der Behandlung des Diabetes einschließlich seiner Begleiterkrankungen die gesamte Volkswirtschaft vor erhebliche Herausforderungen. Etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtausgaben des Gesundheitswesens werden hierfür eingesetzt.

Neben ererbten Faktoren und der demographischen Entwicklung einer älter werdenden Gesellschaft haben Umweltbedingungen und der Lebensstil des Einzelnen für die zunehmende Zahl von Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 eine wesentliche Bedeutung. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass durch eine moderate Lebensstiländerung der Ausbruch des Diabetes verhindert oder deutlich hinausgezögert werden kann, und unterstreichen damit die Bedeutung einer Diabetesprävention. Ferner konnte gezeigt werden, dass ein erheblicher Anteil der Todesfälle in der Bevölkerung mit einer Erkrankung an Diabetes bzw. dazugehörigen Begleiterkrankungen verbunden ist. Etwa 16 Prozent aller Todesfälle sind auf einen Typ-2 Diabetes zurückzuführen.


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