Gesundheit

Europäische Impfwoche vom 16.-22. April 2007 steht in Baden-Württemberg unter dem Motto „Mach den Impfcheck“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Woche vom 16.-22. April 2007 zur europäischen Impfwoche erklärt. „Das ist ein willkommener Anlass, um den besonderen Stellenwert des Impfens für den Gesundheitsschutz hervorzuheben“, sagte Gesundheitsministerin Dr. Monika Stolz und wies auf die in Baden-Württemberg geplanten Aktivitäten zur Verbesserung der Impfakzeptanz hin. Gemeinsam haben das Ministerium für Arbeit und Soziales und das Ministerium für Kultus und Sport aus diesem Anlass mit der AOK Baden-Württemberg und dem YAEZ-Verlag (Herausgeber einer gleichnamigen Jugendzeitschrift) eine Informationskampagne unter dem Motto „Mach den Impfcheck“ gestartet. „Mit der Informationskampagne sollen insbesondere Jugendliche angesprochen werden. Weil Impfen nachweisbar der beste Schutz gegen Infektionskrankheiten ist, dürfen wir hier nicht nachlässig werden“, betonte Frau Dr. Stolz mit Blick auf bestehende Impflücken gerade bei jungen Menschen.

Wesentlicher Bestandteil der gemeinsamen Kampagne ist die Internetseite www.mach-den-Impfcheck.de. „Wer wissen will, ob sein Impfschutz ausreichend ist, kann das mit dem von uns entwickelten Impfcheck schnell und einfach testen“, erläuterte Dr. Rolf Hoberg, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Der Impfcheck umfasst laut Hoberg „die wichtigsten Fragen, die mit einem Blick ins eigene Impfbuch leicht zu beantworten sind“. Anhand der eingegebenen Antworten erhalte der Nutzer wichtige Hinweise zu seinem Impfstatus und gegebenenfalls die Empfehlung, mit seinem Arzt zu sprechen. Hoberg: "Die Kosten aller öffentlich, das heißt von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen, werden von der AOK übernommen."

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt neben der vorbeugenden Impfung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten auch eine generelle Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) zur Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren, also bereits vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Die Impfung reduziert die Entstehung dieser Krebsart zu 70%. Sie bietet aber keinen vollständigen Schutz. „Deshalb müssen die Vorsorgeuntersuchungen auf jeden Fall in Anspruch genommen werden. Außerdem dienen Vorsorgeuntersuchungen der Früherkennung weiterer Erkrankungen“, betonte die Gesundheitsministerin Dr. Stolz in diesem Zusammenhang und weiter: „Auch bei älteren Frauen kann eine solche Impfung sinnvoll sein. Das bedarf einer individuellen Prüfung von Nutzen und Risiko der Impfung durch den betreuenden Arzt.“ Die Ministerin sprach sich dafür aus, dass alle Krankenversicherungen für derartige Fälle versichertenfreundliche Rückerstattungsregelungen treffen.

Auswertungen des Landesgesundheitsamts zeigen, dass der Anteil der gegen Masern, Mumps und Röteln geimpften Kinder in den letzten Jahren gestiegen ist. Bei Schulanfängern lagen die Impfquoten gegen Masern im Jahr 2006 bei 93,7% für die erste und 78,7% für die zweite Impfung. Das WHO-Ziel der Ausrottung der Masern bis zum Jahr 2010 ist aber nur erreichbar, wenn wenigstens 95% der Kinder eine zweite Impfung erhalten haben. Insbesondere bei älteren Kindern und Jugendlichen bestehen sogar noch größere Impflücken, denn sie wurden noch nicht nach dem heutigen Stand des Infektionsschutzes und den heute geltenden Empfehlungen geimpft.

Zahlreiche Gesundheitsämter unterstützen mit vielfältigen Vorort-Aktionen (z.T. in Zusammenarbeit mit den AOK-Bezirksdirektionen) die Kampagne aus Anlass der europäischen Impfwoche. Mit Plakaten und Flyern informieren alle weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg Jugendliche direkt.

Quelle:

Ministerium für Arbeit und Soziales