Senioren

Politik für ältere Menschen bleibt Top-Thema der Landespolitik

„Wir brauchen in jedem Landkreis eine Pflege nach Maß um den individuellen Bedürfnissen vor Ort gerecht zu werden“, so die Forderung von Staatssekretär Dieter Hillebrand bei der heutigen (02.05.) Pressekonferenz in Stuttgart. „Differenzierte Pflege- und Betreuungsangebote sollen zu einem optimalen Pflegemix kombiniert werden. Aber auch unser Bild vom Altern muss sich wandeln“, sagte der Staatssekretär.

Hillebrand betonte, dass die Landesregierung seit langem aktiv die Entwicklungen im Pflegebereich angehe. So sind auf der Grundlage des Landespflegegesetzes in den vergangenen zehn Jahren mehr als 400 Pflegeheim-Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro gefördert worden. „Wenn wir künftig mehr alte Menschen haben, so brauchen wir eine entsprechende Pflege- und Betreuungsstruktur. Hier sind wir im Land gut aufgestellt. Aber wir müssen noch mehr dafür tun, dass der Grundsatz ambulant vor stationär künftig umgesetzt werden kann“, so der Staatssekretär weiter. Dabei gehe es in erster Linie um barrierefreie Wohnungen und Wohnberatung - aber auch um den Einsatz innovativer technischer Hilfsmittel. Einen weiteren Baustein bilden die Hilfen durch professionelle Dienste für die Pflege. Zudem seien ergänzende hauswirtschaftliche Hilfen notwendig. Unterstützend sollen möglichst vielfältige Formen des bürgerschaftlichen Engagements in der Betreuung ermöglicht werden.

„Zwischen stationärem Pflegeheim und ambulanter Pflege gibt es ein breites Spektrum unterschiedlichster Angebotsformen. Darauf müssen wir künftig den Schwerpunkt der baden-württembergischen Seniorenpolitik legen“, sagte Hillebrand. Da in den Landkreisen in Baden-Württemberg die demografische Entwicklung unterschiedlich rasch voranschreitet, seien unterschiedliche Antworten auf diesem Prozess erforderlich. Daher sollten auf der Grundlage der nun vorgestellten Daten, für jeden Landkreis passgenaue, differenzierte Betreuungs- und Pflegeangebote gemeinsam entwickelt werden.

Aber auch die gesellschaftliche Vorstellung vom Alterungsprozess müsse sich ändern. Hillebrand plädierte dafür, unser Bild vom Alter zu ändern. Alt zu sein, heiße nicht automatisch Defizite zu haben oder gar zum Pflegefall zu werden. Vielmehr werden künftig immer mehr Menschen viel länger aktiv an der Gesellschaft teilhaben und unser Gemeinwesen prägen. „Unser Bild vom Alter wird sich wandeln müssen: Alter ist künftig kein Defizit, sondern immer mehr eine Chance auf lang andauernde Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, so der Staatssekretär.

Quelle:

Ministerium für Arbeit und Soziales