Angebote zur anonymen Kindesabgabe

Babyklappen, anonyme und vertrauliche Geburt

In den vergangenen Jahren sind in Baden-Württemberg – wie in ganz Deutschland – verschiedene Angebote zur anonymen Kindesabgabe geschaffen worden. Es handelt sich dabei vor allem um Babyklappen, die Möglichkeit anonymer oder so genannter vertraulicher Geburten in Krankenhäusern.

Bei der anonymen Geburt ist die Identität der Mutter unbekannt. Bei der vertraulichen Geburt sind ihre Daten verschlossen hinterlegt und das Kind kann mit 16 Jahren beantragen, diese einzusehen.

Bisher bewegten sich Angebote zur vertraulichen Geburt in einer rechtlichen Grauzone. 2013 verabschiedete der Gesetzgeber deswegen das „Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt“. Es ist am 1. Mai 2014 in Kraft getreten und bietet Schwangeren die Möglichkeit, auf Wunsch vertraulich und sicher in einer Klinik oder bei einer Hebamme zu entbinden.

Die bisherigen Angebote der anonymen Geburt und der anonymen Kindesabgabe (Babyklappe) sind nicht Bestandteil der Neuregelung und bleiben somit bestehen.

Anonyme Beratungsangebote für Schwangere

Das Ziel des neuen Gesetzes ist der Schutz des Lebens und die körperliche Unversehrtheit von Neugeborenen. Dies lässt sich vor allem sicherstellen, wenn Frauen, die sich in einer Notlage sehen, bei einer Geburt von medizinisch geschultem Personal begleitet werden.

Deshalb ist die vorgeburtliche anonyme Beratung für schwangere Frauen ein zentrales Instrument des Gesetzes. Die Bundesregierung hat hierfür ein Not-Telefon eingerichtet. Unter folgender Nummer werden Frauen in Konfliktsituationen jederzeit und unverzüglich telefonisch beraten und auf Wunsch an Schwangerschaftsberatungsstellen in ihrer Umgebung vermittelt: 0800 4040020

Generelles Ziel dieser Beratungen ist es, Schwangeren Wege aufzuzeigen, wie sich ein gemeinsames Leben mit ihrem Kind ohne Ängste und Sorgen ermöglichen lässt. Es wird versucht, Auswege aus Konfliktsituationen zu finden. Frauen, die ihre Identität bei der Geburt nicht preisgeben wollen, wird die Möglichkeit der vertraulichen Geburt erklärt. Diese Beratungsgespräche können anonym und in einem geschützten Umfeld erfolgen.

Die vertrauliche Geburt

Entscheidet sich eine schwangere Frau für eine vertrauliche Geburt, gibt sie ihre Personendaten in einem so genannten Herkunftsnachweis an. Dieser wird beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben verschlossen hinterlegt.

Will ein vertraulich geborenes Kind seine Herkunft erfahren, hat es ab dem 16. Lebensjahr das Recht den Herkunftsnachweis einzusehen. Die Mutter des Kindes wird darüber informiert und kann sich gegen die Einsicht des Kindes an ein Familiengericht wenden. Das Familiengericht prüft, ob das Interesse der leiblichen Mutter an der weiteren Geheimhaltung ihrer Identität gegenüber dem Interesse des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung überwiegt.

Wird der Antrag des Kindes zurückgewiesen, kann das Kind frühestens nach drei Jahren erneut einen Antrag beim Familiengericht stellen.