Sensibilisierung/Unterstützung

Maßnahmen des Aktionsplans „Akzeptanz & gleiche Rechte“

Mehrere Publikationen nebeneinandergelegt

Fachlich fundierte Beratung für LSBTTIQ-Menschen und Angehörige

Seit 2015 wurde im Rahmen des Aktionsplans ein landesweites Netz von mittlerweile 15 Beratungseinrichtungen aufgebaut, das sich durch eine besondere Qualität auszeichnet: Die fachlich geschulte Beratung erfolgt durch Beratende mit professioneller Ausbildung und persönlichen Erfahrungswerten. Bislang wurden über 2.000 Beratungsgespräche durchgeführt – mit steigender Nachfrage (Stand: Sommer 2018).

Durch die finanzielle Unterstützung der Landesregierung konnte das Netzwerk aus Selbsthilfestrukturen und Peerberatung weiter professionalisiert werden.

2016 startete in Ulm eine spezialisierte Beratungsstelle für Transsexualität, Transgender und Intersexualität. Eine Liste von Organisationen im Land, die Peerberatung anbieten, findet sich auf der Website des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg.

Ein weiterer, im Jahr 2018 hinzugekommener Schwerpunkt ist das Angebot von Fortbildungsmaßnahmen für Beratende – diese können auch als Inhouse-Schulungen angefragt werden.

Broschüre zur LSBTTIQ-sensiblen Pflege 

LSBTTIQ-Menschen sind auch heute noch oft besonderen Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt. Dies hat in erster Linie strukturelle Gründe. Da auch im Pflegealltag immer noch von einer heterosexuellen Normalität und Normativität ausgegangen wird, werden die Lebensrealitäten von LSBTTIQ-Menschen nicht immer erkannt oder im konkreten Umgang für beachtenswert gehalten. So ist es hilfreich für alle, die sich täglich in einer Pflegeeinrichtung begegnen, dass sie über Geschichte und Lebenserfahrungen alter Menschen wissen, um sie angemessen, individuell, bedürfnis- und biografieorientiert zu pflegen und anzusprechen.

Die im Juni 2019 erschienene Broschüre „Pflege, Biographie und Vielfalt – Begleitung von LSBTTIQ-Menschen in Baden-Württemberg“ soll Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ebenso wie Ausbildenden und Auszubildenden in der Altenpflege sowie allen Interessierten informative Impulse geben, zum Nachdenken anregen und für die Pflege lesbischer, schwuler, bisexueller, transsexueller, transgender, intersexueller und queerer – kurz: LSBTTIQ – Menschen sensibilisieren. Die Broschüre informiert über geschichtliche Hintergründe, gibt Einblicke in LSBTTIQ Lebenserfahrungen und zeigt praxisnahe Handlungsoptionen für die Pflege auf, damit LSBTTIQ-Menschen auch im Alter und mit Pflegebedarf ein angst- und diskriminierungsfreies Leben in Gemeinschaft führen können.

Erinnerungskultur und Aufarbeitung

Das im Oktober 2016 vorgestellte Internetportal „LSBTTIQ in Baden und Württemberg“ dokumentiert Lebenswelten, Repression und Verfolgung von bi- und homosexuellen Menschen, Transsexuellen und Transgender und intergeschlechtlichen Menschen in Baden-Württemberg der letzten rund 70 Jahre. Es bietet einen Einblick in einen bislang wenig bekannten und kaum beachteten Teil der baden-württembergischen Zeitgeschichte. Einen besonders eindrücklichen Zugang zu dem Thema liefern die Interviews mit Zeitzeug_innen aus Baden-Württemberg: Drei Männer, eine Frau und die Tochter einer Transgender-Person im Alter von 70 bis 92 Jahren schildern ihre Geschichte.

Auf der Website „Der Liebe wegen“ werden Schicksale von Menschen im deutschen Südwesten sichtbar, die im Nationalsozialismus wegen ihrer Liebe und Sexualität ausgegrenzt, gedemütigt und verfolgt wurden. Im Mittelpunkt steht eine digitale Gedenkkarte, über die Biografien und Dokumente zu über 250 Einzelschicksalen aufgerufen werden können. Viele haben die nationalsozialistische Diktatur nicht überlebt.

Beide Portale und weitere Hintergrundinformationen werden im Flyer „Sie machen Geschichte! Die vielfältige LSBTTIQ-Geschichte in Baden-Württemberg“ vorgestellt. Dieser steht am Seitenende zum Download bereit.

Studie zu Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierung in der Jugendarbeit in Baden-Württemberg

Im Januar 2017 ist eine Studie zu Angeboten der LSBTTIQ-Jugendarbeit erschienen, die Antworten auf zentrale Fragen gibt: Wie werden LSBTTIQ-Jugendliche in der Jugendarbeit wahrgenommen? Welche Angebote gibt es bereits? Wie kann LSBTTIQ-Jugendarbeit gut gelingen? Die Studie untersucht die Lebenswelt von LSBTTIQ-Jugendlichen und stellt Praxisbeispiele aus der Jugendarbeit vor. Dazu gibt es Handlungsempfehlungen für pädagogische Fachkräfte und Adressen von Einrichtungen der LSBTTIQ-Jugendarbeit im Land. Die Broschüre ist als Download und in gedruckter Version erhältlich.

Anlaufstellen, die Ihnen im Falle einer Diskriminierung mit Rat und Tat beiseite stehen:

Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Glinkastraße 24
10117 Berlin

(Zentrale): 03018/555-1855
(Beratung): 03018/555-1865 (Mo bis Fr 9-12, 13-15 Uhr)
03018/555-41865

poststelle@ads.bund.de
www.antidiskriminierungsstelle.de

Antidiskriminierungsstelle des Landes Baden-Württemberg (LADS)

0711/123-3990

beratung@lads-bw.de
www.antidiskriminierungsstelle-bw.de

Beratung für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen in Baden-Württemberg

landesweite-beratung@netzwerk-lsbttiq.net
www.netzwerk-lsbttiq.net/index.php/beratung-selbsthilfe/beratung

Beratung zu Transsexualität, Trangender und Intersexualität

Beratung-tti@netzwerk-lsbttiq.net
www.beratung-tti.de