Impfen

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Wichtiger Schutz vor ansteckenden Krankheiten

  • Kind wird geimpft

Impfungen bieten Schutz vor ansteckenden Krankheiten und zählen damit zu den wichtigsten und wirksamsten Präventionsmaßnahmen in der Medizin. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich, unerwünschte gravierende Nebenwirkungen werden nur in ganz seltenen Fällen beobachtet.

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) gibt einmal jährlich Empfehlungen zur Durchführung von Schutzimpfungen und zur Durchführung anderer Maßnahmen zur spezifischen Prophylaxe übertragbarer Krankheiten ab. Eine Impflicht besteht in Deutschland allerdings nicht.

Aufgrund bestehender Impflücken kommt es in Deutschland immer wieder zu größeren Masernausbrüchen – wie momentan in Berlin. Alle Jugendlichen und nach 1970 geborenen jungen Erwachsenen sollten deshalb ihren Impfschutz überprüfen und sich gegebenenfalls beim Arzt impfen lassen. Auch Kleinkinder sollten – wie von der Ständigen Impfkommission empfohlen – die Erstimpfung im Alter von 11 bis 14 Monaten erhalten und eine zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten. Nach der Grundimmunisierung im Säuglings- oder Kleinkindalter müssen regelmäßig Auffrisch-Impfungen erfolgen, damit der notwendige Impfschutz erhalten bleibt.

Impfquoten im Land

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass Masern, Röteln und Polio ausgerottet werden können, wenn 95 Prozent der Bevölkerung eines Landes dagegen geimpft sind.

Baden-Württemberg liegt mit einer landesweiten Impfquote von 88,8 Prozent für die zweimalige Masernimpfung unter der von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Quote. Mit 92,4 Prozent ist die landesweite Impfquote für einen vollständigen Impfschutz gegen Polio bei den Einschulungskindern zwar vergleichsweise gut, in verschiedenen Gemeinden liegen die Quoten jedoch unter 80 Prozent.

Initiative soll Kinder und Jugendliche zum Impfcheck animieren

Mit der Präventions-Initiative „Mach den Impfcheck“ und einem Video-Wettbewerb wollen das Sozialministerium, die AOK Baden-Württemberg  und die Jugendzeitung YAEZ Kinder und Jugendliche motivieren, sich mit dem Thema Impfen auseinanderzusetzen. Altersgerecht aufbereitete Informationen und ein Online-Impfcheck sollen jungen Menschen die Bedeutung eines umfassenden Impfschutzes näherbringen.

Schutzimpfung gegen Grippe (Influenza) Schutzimpfung gegen Grippe (Influenza)

  • Die Influenza, auch „echte“ Grippe oder Virusgrippe genannt, gehört zu den weltweit unterschätzten Erkrankungen. Bei gewöhnlichen Grippewellen ist in Deutschland mit etwa 5.000 bis 8.000 Todesfällen zu rechnen; bei heftigen Verläufen kann die Zahl um ein mehrfaches steigen. Menschen mit chronischen Grundkrankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen und schwere Krankheitsverläufe.

    Die Impfung gegen die saisonale Influenza ist eine präventive Maßnahme, die sowohl die Erkrankungs- als auch die Sterblichkeitsrate in allen Altersgruppen reduziert. So kann beispielsweise eine Grippeschutzimpfung bei Älteren bis zu 80 Prozent der Todesfälle verhindern, die durch die Komplikation einer Grippe-Erkrankung verursacht werden.

    Grippeschutzimpfungen sind sinnvoll ab dem vollendeten 5. Lebensmonat. Vorbeugend impfen sollten sich vor allem diejenigen, die beruflich und privat mit anderen Menschen in Berührung kommen. Besonders wichtig ist die Impfung von medizinischem und pflegendem Personal in stationären und ambulanten Einrichtungen. Sie dient nicht nur dem Eigenschutz, sondern auch dem Schutz der Patienten bzw. den betreuten Personen.

    Pandemieplan Baden-Württemberg

    Die Influenzaviren zeichnen sich dadurch aus, dass jederzeit ein neuartiges Virus entstehen kann, das sich durch sein hohes Ansteckungsvermögen rasch weltweit ausbreitet. Ein solches Virus kann eine weltweite Influenzaepidemie, eine so genannte Pandemie auslösen.

    Entsprechend einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation wurde ein Nationaler Pandemieplan zur Vorbereitung auf das Eintreten einer Influenzaepidemie erstellt. Mit dem vorliegenden Pandemieplan Baden-Württemberg werden die für unser Bundesland vorgesehenen Maßnahmen konkretisiert. Er stellt die Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes dar und unterstützt die Planungen auf kommunaler Ebene. Der Influenzapandemieplan Baden-Württemberg wird laufend fortgeschrieben.

Schutzmaßnahmen vor Vogelgrippe Schutzmaßnahmen vor Vogelgrippe

  • Zahlreiche Influenzaviren befallen bevorzugt Vögel, insbesondere Wildenten, die selbst oft nicht erkranken. Im Gegensatz dazu führen bestimmte Influenzaviren, sogenannte hochpathogene aviäre Influenzaviren, bei Zuchtgeflügel zu einem massenweisen Sterben (Vogelgrippe). Seit Ende 2003 wurden zunächst in Südostasien, später auch in Europa und Asien Ausbrüche von Vogelgrippe des Subtyps A(H5N1) beobachtet.

    Gefahren für Menschen gab es bisher nur in fernen Regionen und in relativ seltenen Fällen, nämlich dort, wo Menschen - für uns ungewohnt - in engem Kontakt mit Hausgeflügel leben und wo zudem mangelhafte hygienische Verhältnisse herrschen. Mensch-zu-Mensch Übertragungen sind bisher nur sehr vereinzelt vorgekommen, da dem Virus spezielle Eigenschaften fehlen, die die Ansteckung des Menschen erleichtern. Theoretisch ist es jedoch möglich, dass der Erreger der Vogelgrippe sich mit dem der menschlichen Grippe vermischt und so ein "Supervirus" entsteht, das eine weltweite Influenzapandemie auslösen könnte.

    Nachdem der Erreger A (H5N1) im Jahr 2006 bei Vögeln auch in Deutschland aufgetreten ist, wurden Schutzmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung erarbeitet. In der rechten Spalte finden häufig gestellte Fragen und die aktuellen Antworten zum Thema Vogelgrippe sowie Informationen zum Vorgehen beim Fund toter Vögel und zum Vorgehen bei Ausbruch der Erkrankung in Geflügelbeständen. Weitere Informationen finden sich auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts (RKI).


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