Haus- und Landärzte

Ambulante Versorgung

Förderprogramm bringt neue Hausärzte aufs Land

  • Junger Arzt spricht mit kleinem Jungen, der auf dem Schoß seiner Mutter sitzt

Die ambulante ärztliche Versorgung in Baden-Württemberg ist sehr gut. Sie wird zum größten Teil über niedergelassene Vertragsärzte, d. h. die Hausärzte und die Gebietsärzte (z. B. Hautärzte, Orthopäden, Kinderärzte usw.) sowie niedergelassene Zahnärzte und Psychotherapeuten wahrgenommen. In geringerem Umfang und besonders bei hochspezialisierten Leistungen und seltenen Erkrankungen nehmen auch Krankenhäuser an der ambulanten ärztlichen Versorgung Teil.

Doch viele junge Ärztinnen und Ärzte zieht es in Städte und Ballungsgebiete, was auf dem Land zum Teil zu erheblichen Nachwuchsproblemen führt – insbesondere im hausärztlichen Bereich.

Die Gründe hierfür sind vielfältig:

  • Besonders schwer wiegt, dass mehr Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand gehen als junge Medizinerinnen und Mediziner nachfolgen.
  • Hinzu kommen ein zu geringes Interesse der Studierenden am Fach Allgemeinmedizin und Unzulänglichkeiten in der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin.
  • Auch die bundesgesetzlich vorgegebene Bedarfsplanung (großräumig und unflexibel) und die unzureichende Nutzung sektorenübergreifender Versorgungsressourcen tragen zu der Verteilungsproblematik bei.
  • Ein weiterer wichtiger Faktor ist der an sich erfreuliche Umstand, dass ein großer Teil des ärztlichen Nachwuchses weiblich ist. Es wird immer wichtiger, dass neben dem Beruf auch Platz für ein Familienleben bleibt. Hierauf sind die Versorgungsstrukturen auf dem Land noch nicht ausreichend angepasst.

In Einzelfällen kommt es im ländlichen Raum bereits zu Versorgungsengpässen. Daher müssen alle Beteiligten – Bund, Land, Selbstverwaltung und Kommunen – gemeinsam daran arbeiten, die Versorgungsstrukturen, die Arbeitsbedingungen und die örtliche Infrastruktur an den Bedürfnissen der nachwachsenden Ärztegeneration auszurichten.

Landärzteprogramm: Finanzielle Unterstützung bei Wechsel aufs Land

Um die ambulante medizinische Versorgung der Menschen flächendeckend zu sichern, hat das Sozialministerium das Aktionsprogramm „Landärzte“ auf den Weg gebracht. Darin werden die unterschiedlichen Handlungsoptionen des Landes gebündelt.

Das Programm zeigt die Schwachstellen des derzeitigen Systems auf und bietet bundes- sowie landespolitische und strukturelle Lösungsansätze für die bestehenden Probleme. Diese reichen von der Nachwuchsförderung über die Verbesserung der bestehenden Versorgungsstrukturen bis hin zu einer Verbesserung der bundesgesetzlichen Grundlagen der Bedarfsplanung.

Die Landesregierung stellt darüber hinaus ein Förderprogramm mit einer finanziellen Ausstattung in Höhe von insgesamt 6,95 Mio. Euro zu Verfügung. Fördermittel können aktuell in folgenden Bereichen beantragt werden:

Förderbaustein „Landärzte“

Ziel der Förderung im Rahmen des Förderprogramms „Landärzte“ ist die Verbesserung der ambulanten hausärztlichen Versorgung. Dies gilt für Fördergebiete im ländlichen Raum, in denen es heute schon Versorgungsengpässe gibt bzw. perspektivisch geben kann (siehe Liste rechts zum Download).  Ein Hausarzt erhält bis zu 30.000 Euro Landesförderung, wenn er sich in Baden-Württemberg in einer ländlichen Gemeinde ohne Arzt niederlässt.

Für das Förderprogramm „Landärzte“ stehen insgesamt 2 Millionen Euro zur Verfügung. Detaillierte Informationen zu den Fördergebieten, den Fördervoraussetzungen (Projektleitfaden) sowie den Förderantrag finden Sie rechts zum Herunterladen.

Förderbaustein „Kommunale Gesundheitskonferenzen“

Kommunale Gesundheitskonferenzen sollen die Plattform zur Vernetzung der Akteure auf der kommunalen Ebene sein. Dies gilt unter anderem auch für die sektorenübergreifende Planung und Steuerung medizinischer Angebote, um Versorgungsengpässe zu vermeiden und knappe personelle Ressourcen effizient zu verteilen. Im Bedarfsfall soll deshalb in Kreisstrukturgesprächen über neue Ansätze der sektorenübergreifenden Organisation stationärer und ambulanter Versorgung einschließlich Notfallversorgung beraten werden.

Das Land hat die Einrichtung von Kommunalen Gesundheitskonferenzen, einschließlich Kreisstrukturgesprächen, mit insgesamt 1,75 Millionen Euro finanziell unterstützt. Sie finden mittlerweile in 28 Land- und 6 Stadtkreises statt. Damit haben bereits drei Viertel der Land- und Stadtkreise in Baden-Württemberg Kommunale Gesundheitskonferenzen etabliert.


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