Podiumsdiskussion

Fachtag „Geschlecht und Hass im digitalen Raum“

Teilnehmerinnen des Fachtages sitzen zur Diskussionsrunde auf dem Podium
Von links nach rechts: Moderatorin Dana Hoffmann; Dr. Ute Leidig, Staatssekretärin Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, Veronika Kienzle, ehrenamtliche Bezirksvorsteherin Stuttgart-Mitte; Simone Fischer, Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen; Maria Popov, Moderatorin und Journalistin; Bettina Rommelfanger, Leitung Task Force gegen Hass und Hetze Landeskriminalamt

Beim Fachtag „Geschlecht und Hass im digitalen Raum“ des Ministeriums für Sozi-ales, Gesundheit und Integration wurde unter dem Titel „Das Internet – (K)Ein Ort für Sexismus und Hatespeech!“ über sexistische und geschlechtsspezifische Ge-walt im Internet diskutiert. 

Das Internet bietet insbesondere für Menschen mit Behinderungen, Frauen und queere Personen viele Chancen. Gleichzeitig sind sie oft von Hass und Hetze betroffen, die sich aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität gegen sie richtet. Besonders Personen, die sich politisch engagieren und für die Rechte von Minderheiten oder für Gleichstellung einsetzen, sind betroffen.
 
Eine Forsa-Umfrage zu Hatespeech aus 2023 stellt fest, dass 21 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer im digitalen schon mal Hasskommentare gegen Menschen mit Behinderungen aufgefallen sind. 

Simone Fischer sagt: „Ableismus, Beleidigungen und Hass gegen Menschen mit Behinderungen sind leider immer noch vielfach akzeptiert, werden wenig hinterfragt, nicht immer als solches erkannt, oftmals auch nicht von jenen, die davon betroffen sind. Dem müssen wir etwas entgegensetzen.“ Dass sich der Fachtag auch dieser Perspektive widmet, sei ein wichtiges Anliegen.

Belästigungen sind an der Tagesordnung

Jüngste, von der EU-Grundrechteagentur veröffentlichte Daten zeigen, dass 50 % der Menschen mit Behinderungen über einen Zeitraum von 5 Jahren berichtet haben, belästigt worden zu sein - im Vergleich zu 37 % der Menschen ohne Behinderungen. Allgemein sind Menschen mit Behinderungen, vor allem Frauen, einem höheren Risiko von Belästigungen, Gewalt und Verbrechen ausgesetzt.

Die Landesregierung will dieser Entwicklung mit dem Kabinettsausschuss „Entschlossen gegen Hass und Hetze“ entgegentreten. Sein Ziel ist es, auf die Verbreitung von Hass und Hetze aufmerksam zu machen und Handlungsoptionen zu erarbeiten. Mehr über die Arbeit des Kabinettausschusses können Sie auf dem Landesportal von Baden-Württemberg nachlesen.