Gesundheitsschutz

Gesundheitsminister Hildenbrand richtet Hitze-Taskforce ein

Die Taskforce soll bestehende Hitzeschutz-Aktivitäten besser vernetzen und gezielt ausbauen - unter anderem im Gesundheits- und Pflegebereich - und die Bevölkerung noch besser über Hitzeschutzmaßnahmen informieren.

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Ein Thermometer zeigt 36 Grad Celsius an.

Nach der Hitzewelle ist vor der Hitzewelle: Schon zum Wochenende hin werden in Baden-Württemberg erneut Temperaturen von über 30° C erwartet. Die neuen Temperaturrekorde dieses Sommers zeigen eindrücklich, wie wichtig gesundheitlicher Hitzeschutz und die Vorbereitung auf Hitzeextreme sind. Vor diesem Hintergrund hat der baden-württembergische Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand eine Taskforce eingerichtet, um die zahlreichen bereits bestehenden Hitzeschutz-Aktivitäten im Land – etwa von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst und bei der Medikamentenversorgung – enger zu vernetzen und gezielt auszubauen sowie die Bevölkerung noch besser über Hitzeschutzmaßnahmen zu informieren. Dies gab Minister Hildenbrand am Donnerstag (9. Juli) in Stuttgart bekannt.

Extremhitzeereignisse werden zunehmen

„Durch den Klimawandel werden Extremhitzeereignisse künftig zunehmen. Das bedeutet, dass Hitzeschutz nicht nur eine kurzfristige, sondern vor allem auch eine langfristige Aufgabe ist, die Bund, Länder, Kommunen und Einrichtungen betrifft. Wir möchten ein deutliches Zeichen setzen, dass wir vorausschauend mit den Folgen des Klimawandels und dem Thema Hitzeschutz umgehen. Ganz konkret geht es darum zu helfen, hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle zu vermeiden, Einrichtungen handlungsfähig zu halten und die Folgen extremer Hitze für Gesellschaft und Gesundheitswesen zu begrenzen“, so Hildenbrand.

Konkret hat die Taskforce die Aufgabe, zunächst eine Bestands- und Bedarfsanalyse durchzuführen, die unter anderem auf die Herausforderungen von Krankenhäusern und Pflegeheimen während der Juni-Hitzewelle eingeht. Daraus sollen zügig konkrete Maßnahmen folgen wie Hitzeschutzpläne für Einrichtungen oder auch deutliche Hinweise auf jetzt schon bestehende bauliche Möglichkeiten innerhalb der Krankenhausförderprogramme.

Kompetenzzentrum „Klimawandel und Gesundheit“ im Landesgesundheitsamt

Im Landesgesundheitsamt, das im Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit angesiedelt ist, gibt es bereits seit dem Jahr 2022 das Kompetenzzentrum „Klimawandel und Gesundheit“, das eine tragende Rolle in der Taskforce einnehmen wird. Das Gesundheitsministerium steht außerdem in engem Austausch mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kommunen, um die Lage kontinuierlich zu beobachten und auf mögliche weitere Hitzephasen vorbereitet zu sein.

Viele Krankenhäuser und Pflegeheime in Baden-Württemberg reagieren bereits. So arbeiten viele eng mit Feuerwehr und Gesundheitsämtern zusammen. Einige Einrichtungen haben präventiv und gezielt sogenannte „Hot-Spots“ – Orte mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko für hitzegefährdete Menschen – identifiziert, um bei Bedarf schnell mit Unterstützungsmaßnahmen reagieren zu können. Zudem hatten einige Einrichtungen bereits vor der Hitzewelle Hitzeaktionspläne etabliert und interne Taskforces eingerichtet. Darüber hinaus beraten die bei den Stadt- und Landkreisen eingerichteten Beratungs- und Prüfbehörden (ehemals Heimaufsichtsbehörden) Pflegeeinrichtungen eng und unterstützen diese mit Handlungsempfehlungen und Checklisten.

Auch der sachgerechte Umgang mit Arzneimitteln ist ein wichtiger Bestandteil des gesundheitlichen Hitzeschutzes. Hohe Temperaturen können die Qualität, Stabilität und Wirksamkeit von Arzneimitteln beeinträchtigen. Medikamente sollen grundsätzlich entsprechend den Herstellerangaben gelagert werden.

Auch auf Mitmenschen achten 

Die besonders gefährdeten Personengruppen sind: Ältere, vor allem alleinlebende Menschen, chronisch oder psychisch kranke und pflegebedürftige Menschen, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, Obdachlose und Menschen, die schwer körperlich und/oder im Freien arbeiten. Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand appelliert daher: „Hitze ist bereits heute eines der größten klimawandelbedingten Gesundheitsrisiken und belastet uns alle. Achten Sie auf sich, aber auch auf andere. Gemeinsam können wir gut durch diese außergewöhnlich heißen Tage kommen.“

Auch viele Kommunen setzen bereits Hitzeschutz-Maßnahmen um oder entwickeln Hitzeaktionspläne. Um einen Überblick über die kommunalen Hitzeschutzmaßnahmen zu erlangen und diese sichtbar zu machen, hat das Landesgesundheitsamt bereits zweimal eine landesweite Umfrage bei allen Kommunen Baden-Württembergs zu den geplanten und umgesetzten Hitzeschutzmaßnahmen durchgeführt.