Familie

Online-Pause für Eltern und Kinder: Land startet Plakataktion

Kind schaukelt, während Vater auf Smartphone schaut

Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg und das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart haben in Kooperation mit der Landesstelle für Suchtfragen und dem Kommunalverband für Jugend und Soziales eine Plakataktion gestartet, die Eltern anregen soll, über ihr eigenes Verhalten mit dem Handy beziehungsweise Smartphone in Gegenwart ihrer Kinder nachzudenken.

Zwei Motive sind auf den Plakaten zu sehen: Ein Motiv zeigt beide Eltern konzentriert auf ihr Smartphone blickend, während das Kind alleine essen soll. Entsprechend lautet die Frage: „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“ Das zweite Motiv stellt eine Situation auf dem Spielplatz dar. Der Vater ist mit seinem Smartphone beschäftigt und merkt nicht, dass sein auf der Schaukel sitzendes Kind gerne seine Aufmerksamkeit möchte. Dieses Plakat ist mit der Frage „Heute schon mit Ihrem Kind gespielt?“ verbunden.

Für reflektierten Umgang mit Smartphone sensibilisieren

„Eltern, die gebannt auf ihr Smartphone starren, während ihr Kind vergeblich versucht, Kontakt mit ihnen aufzunehmen, lassen sich im Alltag leider immer wieder beobachten. Mit der neuen Plakatkampagne wollen wir Eltern für einen reflektierten Umgang mit dem Smartphone in Gegenwart ihrer Kinder sensibilisieren“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha. Dabei solle die Nutzung von digitalen Geräten nicht verteufelt, sondern eine Sensibilität für den richtigen Umgang geschaffen werden. „Im Zeitalter der Digitalisierung verschwimmen die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit immer mehr. So beantworten beispielsweise viele Eltern auch außerhalb ihrer Arbeitszeit berufliche E-Mails. Nimmt das überhand, fühlen sich Kinder zu Recht vernachlässigt“, so Lucha weiter.

Eltern-Kind-Bindung aufbauen und stärken

„Für die gesunde Entwicklung von Kindern und das Entstehen von Bindung ist es von großer Bedeutung, dass sich die Eltern mit ihnen beschäftigen. Gesprächsbedürfnisse von Kindern sowie deren Wünsche nach gemeinsamem Spiel dürfen nicht ohne Resonanz bleiben“, erklärte die Präsidentin des Landesgesundheitsamtes, Dr. Karlin Stark. Aus der Bindungsforschung sei bekannt, dass Kinder in den ersten beiden Lebensjahren – besonders in den ersten zwölf Monaten – eine erwachsene Bezugsperson brauchen, die ihnen intensiv Aufmerksamkeit widmet. „Zu Beginn des Lebens läuft Kommunikation häufig über Blickkontakte. Wichtig ist, dass die Eltern mitbekommen, was ihr Kind gerade beobachtet oder tut, damit sie sein Verhalten sprachlich begleiten können“, sagte Dr. Stark. Darüber hinaus hätten Eltern eine Vorbildfunktion im Umgang mit elektronischen Medien.

Die Plakataktion zur Online-Pause soll nicht nur die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema lenken. Sie soll vor allem auch pädagogischen Fachkräften gezielt dabei helfen, mit Eltern über die Nutzung von digitalen Geräten im Zusammenhang mit ihrem Nachwuchs ins Gespräch zu kommen.

Mehr Informationen unter www.online-pause.de.

Quelle:

Regierungspräsidium Stuttgart
Ansicht des Gebäudes des Ministeriums für Soziales und Integration im Dorotheenquartier

Kontakt : Ministerium für Soziales und Integration

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