Mit dem im Jahr 2026 neu beschlossenen Krankenhausplan für Baden-Württemberg (PDF) erfolgt insbesondere eine Umstellung in der Planungssystematik. Die bisherige Rahmenplanung nach Fachabteilungen wird ersetzt durch eine detaillierte Planung nach Leistungsgruppen, die je nach Komplexität und Erreichbarkeit einer von drei Planungsebenen zugeordnet werden:
- Grund- und Regelversorgung: Stadt- und Landkreise
- Komplexe Leistungen: 6 Versorgungsregionen
- Hochkomplexe Leistungen: Land Baden-Württemberg
Dies ermöglicht eine präzisere und bedarfsgerechtere Planung der stationären Versorgungsangebote und fördert die Vernetzung von Klinikstandorten. Die geographische Aufteilung der Leistungsgruppen nach Spezialisierungsgrad soll sicherstellen, dass alle Bürgerinnen und Bürger in vertretbarer Entfernung weiterhin ein qualitativ hochwertiges Versorgungsangebot erhalten. Selbstverständlich bleibt die freie Wahl eines geeigneten Krankenhauses für die Patientinnen und Patienten auch weiter erhalten.
Die Vorteile des neuen Krankenhausplans im Überblick
- Präzisere Krankenhausplanung, vor allem mit Blick auf die Entwicklung künftiger Bedarfe
- Stärkung der Qualität der Versorgung
- Stärkung von Ambulantisierung, Digitalisierung und sektorenübergreifender Versorgung
- Einbindung in die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes
FAQ (Stand März 2026)
Mit dem vorliegenden neuen Krankenhausplan wird die Krankenhausplanung konsequent auf die zukünftigen Herausforderungen wie Fachkräftemangel, finanzielle Herausforderungen, älter werdende Patientinnen und Patienten sowie rasantem medizinisch-technischem Fortschritt ausgerichtet.
Der größte Unterschied zum bisherigen Krankenhausplan ist die Umstellung auf eine detailliertere Planung nach sogenannten Leistungsgruppen und Planungsebenen, während bislang eine Rahmenplanung nach Fachabteilungen vorgenommen wurde. Die Umstellung auf eine Krankenhausplanung nach differenzierten Leistungsgruppen ermöglicht, dass Versorgungsangebote künftig präziser und zugleich bedarfsgerecht vorgehalten werden können. Die Planungsebenen dienen der Strukturierung der Versorgung und Zuordnung von Leistungsgruppen zu geografisch definierten Gebieten und bilden eine maßgebliche Grundlage für krankenhausplanerische Entscheidungen. Sie unterstützen die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Krankenhausversorgung in Baden-Württemberg im Kontext von knappen finanziellen wie auch personellen Ressourcen, medizinisch-technischem Fortschritt, fortschreitender Digitalisierung und dem Bestreben nach bestmöglicher Qualität der Versorgung.
Die Leistungsgruppen sind an bundesgesetzlich definierte Qualitätskriterien geknüpft, die für die Leistungserbringung vorausgesetzt werden. Je höher die Anforderungen an eine Leistungsgruppe sind, desto mehr sollte sie auf wenige, spezialisierte Krankenhäuser konzentriert sein, um eine hohe Versorgungsqualität sicherzustellen. Dies soll dazu beitragen, dass eine hohe Qualität in der Versorgung der Patientinnen und Patienten gewährleistet wird, verlässliche Strukturen weiterhin vorhanden sind sowie Ressourcen zielgerichtet dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden.
Nein: Er dient dazu, die Versorgung in Baden-Württemberg im Kontext von vielen Herausforderungen (zum Beispiel Fachkräftemangel, alternde Gesellschaft) auf sehr hohem Niveau zu halten und Chancen wie die Digitalisierung und neue Berufsbilder (zum Beispiel Community Health Nurses) zu nutzen.
Nein: Schließungen erfolgen, wenn dann durch den jeweiligen Betriebsträger des Krankenhauses. Das für Gesundheit zuständige Ministerium weist den Krankenhäusern Versorgungsaufträge entsprechend der Grundsätze und Ziele der Krankenhausplanung zu. Grundsätze und Ziele der Krankenhausplanung sind
- Bedarfsgerechtigkeit,
- Leistungsfähigkeit,
- Wirtschaftlichkeit,
- Trägervielfalt,
- Qualitativ hochwertige Versorgung,
- Ambulantisierung,
- Digitalisierung, telemedizinische und sektorenübergreifende Versorgung sowie
- Nachhaltigkeit.
Je höher der Spezialisierungsgrad einer medizinischen Leistung, desto wichtiger ist, dass die Qualität stimmt. Denn am Ende zählt nicht, dass eine Versorgung stattgefunden hat, sondern mit welcher Qualität sie stattgefunden hat. Der Trend bestimmte Behandlungsangebote auf hierauf spezialisierte Krankenhausstandorte zu konzentrieren, wird in Studien als förderlich für die Qualität beschrieben. Diese sogenannte „Volume-Outcome-Beziehung“ bedeutet, dass größere Fallzahlen an spezialisierten Krankenhaus-Standorten zu besseren Behandlungsergebnissen führen, insbesondere bei komplexen Eingriffen sowie auch bei komplexen Krankheitsfällen. Das Wohl und die Genesung der Patientinnen und Patienten ist oberstes Leitkriterium für die baden-württembergische Krankenhausplanung und findet sich in den Grundsätzen und Zielen der Krankenhausplanung wieder. Daher sind auch für Notfälle entsprechend wohl-abgestimmte Versorgungsstränge enorm wichtig, damit der Patient zur richtigen Zeit die richtige Versorgung erhält. Hierzu dient unter anderem auch das Schlaganfallkonzept Baden-Württembergs.
