Überblick

Informationen zu den PFAS-Blutkontrolluntersuchungen im Landkreis Rastatt

Im Jahr 2013 wurde die Verunreinigung von Ackerböden mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) im Landkreis Rastatt festgestellt. Durch Blutkontrolluntersuchungen hat das Gesundheitsministerium die Belastung der Menschen untersuchen lassen.

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Wassertropfen auf Polyesterstoff

Im Raum Rastatt und dem Stadtkreis Baden-Baden wurden bis 2008 landwirtschaftliche Flächen und infolgedessen Böden, Grund- und Trinkwasser durch Komposte verunreinigt, welche mit per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen belastet waren. PFAS (früher auch als per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) bezeichnet) sind künstlich hergestellte Stoffe. Sie werden seit den 1960iger Jahren wegen ihrer wasser-, schmutz- und fettabweisenden Eigenschaften in vielen Produkten verwendet, beispielsweise in Outdoor- und Arbeitskleidung, in Imprägniermitteln, für Pappbecher und Pappkartons oder bei der Herstellung von Teflon. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), deren Verwendung bis auf bestimmte Ausnahmen mittlerweile verboten ist (PFOS seit 2010 und PFOA seit 2020).

Aufarbeitung und Untersuchungen

Die Verunreinigung im Landkreis Rastatt wurde im Jahr 2013 bekannt. Der Schadensfall wird seitdem gemeinsam von den zuständigen Behörden aufgearbeitet. So wurde beispielsweise die Trinkwasserkontamination nach Bekanntwerden der Trinkwasserbelastung durch weitreichende Maßnahmen bei der Aufbereitung durch die Trinkwasserversorger deutlich gesenkt.

Um die Belastung der betroffenen Bevölkerung abschätzen zu können, hat Gesundheitsminister Manne Lucha das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Jahr 2017 beauftragt, ein Studiendesign für Blutkontrolluntersuchungen im Landkreis Rastatt zu erarbeiten und anschließend die Studie in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Rastatt durchzuführen. Hauptziel der Untersuchungen war es, genauere Informationen über die Entwicklung der Konzentrationen von PFOA- und anderen PFAS-Konzentrationen im Blutplasma von Einwohnern des Landkreises zu gewinnen. Die PFAS-Blutkontrolluntersuchungen fanden in den Jahren 2018, 2020 und 2023 statt. Bei diesen wurden drei Personengruppen in festgelegten Untersuchungsgebieten mit unterschiedlicher PFAS-Exposition untersucht.

Die Ergebnisse der PFAS-Blutkontrolluntersuchungen 2018, 2020 und 2023 sind in drei Berichten und einem FAQ zusammengefasst. Diese finden sie direkt nachstehend unter „Downloads“ oder mitsamt einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse auf der Website des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg.