Suchtprävention

Suchtprävention

Kinder und Jugendliche frühzeitig aufklären und informieren

Alkohol und Nikotin sind weit verbreitete „Einstiegsdrogen“, die in nahezu allen Fällen am Beginn einer „Suchtkarriere“ stehen. Aber auch die nicht stoffgebundenen Süchte, wie zum Beispiel pathologisches Glücksspiel und Medienkonsum dürfen hierbei nicht vergessen werden.

Die Suchtprävention in Baden-Württemberg wendet sich deshalb verstärkt an Jugendliche im Einstiegsalter, um Missbrauch und Abhängigkeit vorzubeugen.

Grundlagen und Empfehlungen für die Suchtprävention im Land

Um der Suchtprävention in Baden-Württemberg zu mehr Durchschlagskraft zu verhelfen, hat das Sozialministerium im Jahr 2010 die „Arbeitsgruppe Suchtprävention“ eingesetzt.

Die Arbeitsgruppe hat das „Grundlagenpapier Suchtprävention in Baden-Württemberg“ entwickelt, das die Entstehung von Suchterkrankungen und sinnvolle Präventionsmaßnahmen beschreibt. (Download siehe rechts). Sie hat außerdem Empfehlungen zur Prävention des Alkoholmissbrauches bei Kindern und Jugendlichen erarbeitet. Diese enthalten Hinweise, wie Projekte und Maßnahmen qualitativ gut und nachhaltig auf kommunaler Ebene verankert werden können (Download siehe rechts).

Sozialministerium fördert Projekte gegen Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen

2013 bis 2016 hatte das Land Baden-Württemberg Projekte gefördert, die dem riskanten Alkoholkonsum von Jugendlichen im öffentlichen Raum vorbeugen. Mit der Förderung 2017 legt das Land nochmals ein Programm mit einem Fördervolumen von insgesamt 100.000 Euro auf. Mit dem Programmteil STARTHILFE-plus haben die Kommunen die Möglichkeit, ihr Gesamtkonzept zur Verhinderung solcher Probleme im öffentlichen Raum und die Präventionsstrukturen zu überprüfen und/oder nachzubessern. Kernpunkt ist dabei der Aufbau einer konsequenten Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Suchtprävention in Kooperation mit den zuständigen Ämtern und der Polizei.

Anträge für STARTHILFE-plus können bis Ende Dezember 2017 angenommen werden.

Weitere Informationen zum Förderprogramm (Förderkriterien, Bewerbung) stehen als Flyer rechts zum Download zur Verfügung.

Weitere Projekte

Im Folgenden stellen wir Ihnen beispielgebende Projekte aus Baden-Württemberg zu verschiedenen Bereichen der Suchtprävention vor:

Tabakprävention Tabakprävention

  • Be Smart - Don’t Start“ ist ein bundesweiter Wettbewerb für rauchfreie Schulklassen. In Baden-Württemberg wird dieser vom Sozialministerium, dem Kultusministerium, dem Landesgesundheitsamt und der AOK Baden-Württemberg umgesetzt. Zielgruppe sind Schulklassen der Klassenstufe 6-8 aller Schularten. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler verpflichten sich, ein halbes Jahr lang nicht zu rauchen. Die Klassen, die den Wettbewerb erfolgreich beenden, nehmen an einer Verlosung von Geld- und Sachpreisen teil.

    Baden-Württemberg schreibt jedes Jahr zusätzlich einen Kreativwettbewerb aus, an dem sich die Be-Smart-Klassen mit selbstgestalteten Beiträgen zum Thema Nichtrauchen beteiligen können. Es gibt weitere zahlreiche Sachpreise zu gewinnen, die von verschiedenen Sponsoren zur Verfügung gestellt werden.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Wettbewerbs-Website.

Alkoholprävention Alkoholprävention

  • „Schon 16? Jugendschutz - ich mache mit!“

    Die Aktion richtet sich an Bedienungen und Kassenpersonal in Gastronomie und Handel sowie an Helferinnen und Helfer bei Vereinsfesten und Großveranstaltungen. Mit der Aktion wollen die Mitglieder des Arbeitskreises Suchtprophylaxe für die Einhaltung des Jugendschutzes werben. Die Aktion soll die Aufmerksamkeit für dieses Thema stärken und Mut machen, wenn nötig, ein verantwortungsvolles „Nein“ auszusprechen. Projektträger ist die Fachstelle Sucht im Landkreis Emmendingen.

    Ansprechpartner:
    Joachim Blank, Fachstelle für Suchtprävention
    Baden-Württembergischer Landesverband für Prävention und Rehabilitation (bwlv)
    Telefon: 07641/9335890
    E-Mail: joachim.blank@blv-suchthilfe.de

    Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website der Fachstelle Sucht in Emmendingen und in der Projektbeschreibung „Schon 16? Jugendschutz – ich mache mit!“ (PDF).

    „Hart am Limit - HaLT“

    „HaLT“ ist ein Suchtpräventionsprojekt der Villa Schöpflin in Lörrach, das riskanten Alkoholkonsum bei Jugendlichen verhindern will. Das Projekt besteht aus zwei Bausteinen:

    • Dem reaktiven Baustein mit individuellen Hilfen für die gefährdeten Jugendlichen (Frühintervention, Erstgespräche in der Klinik, Gruppenangebote, Beratungsangebote für die Eltern) und
    • dem proaktiven Baustein, der sich vorwiegend an Erwachsene wendet und jugendliches Rauschtrinken bereits im Vorfeld verhindern will. Eltern, Lehrkräfte, Verkaufspersonal etc. sollen als Vorbild agieren und verantwortungsvoll handeln. Dazu gehört auch das konsequente Einhalten des Jugendschutzgesetzes.

    Ansprechpartnerin:
    Heidi Kuttler
    Telefon: 07621 914 90 90
    E-Mail: info@villa-schoepflin.de

    Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Website.

    Netzwerk Neue Festkultur „Unser Fest soll schöner werden“

    Damit Dorf- und Stadtfeste für alle angenehm verlaufen, gibt es in vielen Landkreisen unterschiedlichste Maßnahmen zur Alkoholmissbrauchs-Prävention bei Festen. Bisher waren Konzepte und Maßnahmen auf den einzelnen Landkreis bezogen. Eine Vernetzung der Kreise über ihre Grenzen hinaus ist jedoch wichtig, damit möglichst einheitliche Strukturen geschaffen werden.

    Um möglichst einheitliche Strukturen zu schaffen, wurde 2008 das „Netzwerk Neue Festkultur“ in der Region Bodensee-Oberschwaben gegründet. Es handelt sich um ein interdisziplinäres Netzwerk mit Vertretern aus Kommunen und Landkreisverwaltungen, der Polizei, der Suchtberatung und der Sozialarbeit aus den Landkreisen sowie dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. Es ist eine Leitlinie zur Festkultur entstanden, die inzwischen von den Landräten von 14 der beteiligten Kreise unterschrieben wurde.

    Weitere Informationen erhalten Sie auf der Netzwerk-Website.

    Initiative „Wegschauen ist keine Lösung“

    Durch gezielte Werbung und Aufwertung des Jugendschutzgesetzes wird Erziehungsverantwortlichen verdeutlicht, dass Suchtmittelkonsum von Kindern und Jugendlichen erhebliche Entwicklungs- und Gesundheitsrisiken für ihre Kinder mit sich bringen.
     
    Das Projekt wurde von den Kreistagsfraktionen im Landkreis Karlsruhe entwickelt und wird von allen Suchthilfeeinrichtungen, Elterninitiativen und vom Polizeipräsidium umgesetzt und gefördert. Projektleiter ist der kommunale Suchtbeauftragte des Landkreises.

    Ansprechpartner:
    Matthias Haug, Landratsamt Karlsruhe
    Telefon: 0721/936-7716
    E-Mail: suchtbeauftragter@landratsamt-karlsruhe.de

    Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Sucht im Landkreis Karlsruhe.

Prävention Glücksspielsucht Prävention Glücksspielsucht

  • Zur Prävention von Glücksspielsucht hat das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Sozialministerium Baden-Württemberg die Kampagne „Spielverderber“ ins Leben gerufen.

    Die Kampagnen-Website informiert in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Türkisch über Glücksspiele und über die Gefahren des Glücksspiels. Außerdem finden sich auf der Website alle Adressen der psychosozialen Beratungsstellen und Kommunalen Suchtbeauftragten in Baden-Württemberg.

Bereichsübergreifende Suchtprävention Bereichsübergreifende Suchtprävention

  • Mädchen SUCHT Junge

    „Mädchen SUCHT Junge“ ist ein interaktives Lernprojekt zur geschlechterspezifischen Suchtprävention von Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren. Die Jugendlichen sollen sich intensiv mit Themen wie Alkohol, Nikotin, Medien und Körperkult auseinandersetzen.
     
    Das Projekt verbindet aktuelle Information mit selbstreflexiven Erfahrungen mit Gleichaltrigen innerhalb eines Workshops. Mädchen und Jungen arbeiten dabei in getrennten Gruppen. Im Vordergrund steht das Training von Lebenskompetenzen wie Umgang mit Gruppenzwang, Selbstwirksamkeit und sozialen Fähigkeiten.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Suchtprophylaxe e.V. Baden-Württemberg.

    Projekt SCHULTERSCHLUSS… für Kinder aus suchtbelasteten Familien

    In Baden-Württemberg gibt es rund 150.000 Kinder unter 15 Jahren, deren Eltern von einer Suchterkrankung betroffen sind. Diese Kinder haben im Vergleich zu Kindern aus nicht suchtbelasteten Familien ein bis zu sechsfach höheres Risiko, selbst ein Suchtverhalten oder eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Sie benötigen in besondere Weise vertrauensvolle Beziehungen, verlässliche Strukturen und vor allem eine suchtpräventive Unterstützung zur Lebensbewältigung. Es ist daher eine gemeinsame Aufgabe von Jugendhilfe und Suchthilfe, spezifische Angebote für diese besonders gefährdete Zielgruppe zu machen und im Idealfall eine Hilfeplanung „aus einer Hand“ zu entwickeln.
     
    Mit dem Projekt „SCHULTERSCHLUSS“ sollen Impulse in die regionalen Hilfsstrukturen gegeben werden. Die Inhouse-Seminare der Netzwerke vor Ort können die gegenseitige Verständigung und Kenntnis fördern, unterstützen die Bildung und kreative Gestaltung von örtlichen Netzwerken und entwickeln diese weiter.
     
    Näheres erfahren Sie auf der Projekt-Website.


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