Aktionsplan für Akzeptanz & gleiche Rechte

Landesweiter Aktionsplan

Für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung

  • Sozial- und Integrationsminister spricht mit der CAVEQUEEN aus Hamburg auf der Bühne des CSD-Empfangs 2017

    CSD-Empfang der Landesregierung am 28. Juni 2017: Minister Manne Lucha mit der CAVEQUEEN aus Hamburg auf der Bühne, die die Veranstaltung künstlerisch begleitete.
    Source: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

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  • Minister Lucha spricht an Redepult auf Bühne

    CSD-Empfang der Landesregierung am 28. Juni 2017: Minister Lucha begrüßte die Gäste in der Staatsgalerie in Stuttgart.
    Source: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

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  • Gespräch mit Helmut Kress, Zeitzeuge und Opfer der Strafverfolgung unter dem § 175 StGB

    CSD-Empfang der Landesregierung am 28. Juni 2017: Moderatorin Adrienne Braun im Gespräch mit Helmut Kress, Zeitzeuge und Opfer der Strafverfolgung unter dem § 175 StGB
    Source: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

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  • Podiumsdiskussion mit Minister Manne Lucha, Zeitzeuge Helmut Kress aus Tübingen, Karl Moehl von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christoph Michl vom CSD Stuttgart und Michael Frech vom CSD Ulm/Neu-Ulm e. V.

    CSD-Empfang der Landesregierung am 28. Juni 2017: Podiumsdiskussion mit (v. l.) Karl Moehl von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Michael Frech vom CSD Ulm/Neu-Ulm e. V., Moderatorin Adrienne Braun (Stuttgarter Zeitung | Stuttgarter Nachrichten), Christoph Michl vom CSD Stuttgart und Minister Manne Lucha
    Source: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

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  • Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha im Interview mit dem SWR in der Staatsgalerie Stuttgart

    CSD-Empfang der Landesregierung am 28. Juni 2017: Minister Manne Lucha (Mitte) im Interview mit dem SWR
    Source: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

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Unter Federführung des Sozial- und Integrationsministeriums wurde ein landesweiter Aktionsplan entwickelt, um Vorurteile gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen (LSBTTIQ) abzubauen. Der Aktionsplan „Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg“ entstand in Zusammenarbeit mit allen Ministerien der Landesregierung sowie in einem breit angelegten Beteiligungsprozess. Er trat im Juni 2015 in Kraft.Der Einsatz für politische Bildung, für ein Klima der Offenheit und die Sensibilisierung für eine tolerante und gleichberechtigte Gesellschaft sind ein zentrales Anliegen der Landesregierung.

Aus diesem Grund hat sich der Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung klar positioniert:

„Die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die volle gesellschaftliche Teilhabe setzen voraus, dass jeder Mensch, ungeachtet seiner sexuellen und geschlechtlichen Identität, gesellschaftliche Achtung erfährt und sein Leben ohne Benachteiligungen und Diskriminierungen leben kann.“

Ziele und Umsetzung

Zum Abbau von Diskriminierung hat die Landesregierung im Aktionsplan „Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg“ zentrale politische Ziele definiert und deren Umsetzungsschritte beschlossen – unter anderem:

  • Unterstützende Strukturen schaffen durch den Aufbau von bedarfsgerechten Beratungsangeboten
  • Sensibilisierung und Angebote für LSBTTIQ-Jugendliche in der bestehenden Jugendarbeit
  • Würdigung der LSBTTIQ-Geschichte und Aufarbeitung der Verfolgung homosexueller Menschen in Baden-Württemberg
  • Schaffung einer diskriminierungsfreien Arbeitswelt
  • Verbesserung der rechtlichen Gleichstellung von transsexuellen, transgender und intersexuellen Menschen

Die Maßnahmen werden stetig auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und gegebenenfalls weiterentwickelt. Schwerpunkte hierbei sind die Fortsetzung des Dialogs mit Kirchen, Familien-, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen und Sportverbänden, eine stärkere Vernetzungskultur in bestehenden Strukturen sowie die fortwährende Sensibilisierung von gesellschaftlich wichtigen Verbänden und Akteuren in Polizei und Justiz.

Zur Unterstützung und Förderung dieses Dialogs zwischen Verwaltung, LSBTTIQ-Community und den gesellschaftlichen Akteuren trat am 23. November 2016 der Landesbeirat „Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg“ in seiner neuen Besetzung erstmalig zusammen. Er wird künftig zwei Mal jährlich tagen. 

Bereits umgesetzte Maßnahmen des Aktionsplans

Erinnerungskultur und Aufarbeitung

Das im Oktober 2016 vorgestellte Internetportal „LSBTTIQ in Baden und Württemberg“ dokumentiert Lebenswelten, Repression und Verfolgung von bi- und homosexuellen Menschen, Transsexuellen und Transgender und intergeschlechtlichen Menschen in Baden-Württemberg der letzten rund 70 Jahre. Es bietet einen Einblick in einen bislang wenig bekannten und kaum beachteten Teil der baden-württembergischen Zeitgeschichte. Einen besonders eindrücklichen Zugang zu dem Thema liefern die Interviews mit Zeitzeugen aus Baden-Württemberg: Drei Männer, eine Frau und die Tochter einer Transgender-Person im Alter von 70 bis 92 Jahren schildern ihre Geschichte.

Auf der Website „Der Liebe wegen“ werden Schicksale von Menschen im deutschen Südwesten sichtbar, die im Nationalsozialismus wegen ihrer Liebe und Sexualität ausgegrenzt, gedemütigt und verfolgt wurden. Im Mittelpunkt steht eine digitale Gedenkkarte, über die Biografien und Dokumente zu über 250 Einzelschicksalen aufgerufen werden können. Viele haben die nationalsozialistische Diktatur nicht überlebt.

Studie zu Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierung in der Jugendarbeit in Baden-Württemberg

Im Januar 2017 ist eine Studie zu Angeboten der LSBTTIQ-Jugendarbeit erschienen, die Antworten auf zentrale Fragen gibt: Wie werden LSBTTIQ-Jugendliche in der Jugendarbeit wahrgenommen? Welche Angebote gibt es bereits? Wie kann LSBTTIQ-Jugendarbeit gut gelingen? Die Studie untersucht die Lebenswelt von LSBTTIQ-Jugendlichen und stellt Praxisbeispiele aus der Jugendarbeit vor. Dazu gibt es Handlungsempfehlungen für pädagogische Fachkräfte und Adressen von Einrichtungen der LSBTTIQ-Jugendarbeit im Land. Die Broschüre ist als Download und in gedruckter Version erhältlich.

Fachlich fundierte Beratung für LSBTTIQ-Menschen und Angehörige

Seit 2015 wurde im Rahmen des Aktionsplans ein landesweites Netz von vierzehn Beratungseinrichtungen aufgebaut, das sich durch eine besondere Qualität auszeichnet: Die fachlich geschulte Beratung erfolgt durch Beratende mit persönlichen Erfahrungswerten. Bislang wurden über 1.000 Beratungsgespräche durchgeführt – mit steigender Nachfrage (Stand: Frühjahr 2017).

Durch die finanzielle Unterstützung der Landesregierung konnte das Netzwerk aus Selbsthilfestrukturen und Peerberatung weiter professionalisiert werden.  2016 startete in Ulm eine spezialisierte Beratungsstelle für Transsexualität, Transgender und Intersexualität. Eine Liste von Organisationen im Land, die Peerberatung anbieten, findet sich auf der  Website des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg.

Empfang der Landesregierung zum Christopher-Street-Day (CSD)

Auch im Jahr 2017 fand wieder ein CSD-Empfang der Landesregierung statt – am 28. Juni versammelten sich etwa 220 Personen in den Räumlichkeiten und im Innenhof der Staatsgalerie Stuttgart. Wie in den letzten Jahren kamen engagierte Gruppen und Einzelpersonen aus ganz Baden-Württemberg nach Stuttgart, um sich zu vernetzen und auszutauschen. Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha würdigte sie für ihr zumeist ehrenamtliches Engagement.

Lucha sagte: „Wir erleben im politischen und öffentlichen Raum seit geraumer Zeit auf allen Ebenen, regional, national ebenso wie international, wieder eine starke Tendenz zu Schwarz-Weiß-Denken, zu Vereinfachungen, Ausgrenzungen und Verurteilungen. Gerade jetzt ist es wichtig, auch wieder die Grundrechte zu zitieren und sich selbstbewusst für das Grundsätzliche einzusetzen, nämlich für gleiche Rechte und für die tatsächliche Gleichstellung. Ich danke Ihnen für Ihren unermüdlichen Einsatz, unsere Welt demokratischer, bunter und vielfältiger zu machen!“ Er stellte mehrere Projekte vor, die seit der Verabschiedung des Aktionsplans erfolgreich auf den Weg gebracht worden sind.

Kontakt

Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
Else-Josenhans-Str. 6
70173 Stuttgart

poststelle@sm.bwl.de

Hinweis:
Eine Rechtsberatung im Einzelfall kann und darf vom Ministerium nicht erteilt werden.

Anlaufstellen, die Ihnen im Falle einer Diskriminierung mit Rat und Tat beiseite stehen:

Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Glinkastraße 24
10117 Berlin

(Zentrale): 03018/555-1855

(Beratung): 03018/555-1865  (Mo bis Fr 9-12, 13-15 Uhr)

03018/555-41865

poststelle@ads.bund.de
www.antidiskriminierungsstelle.de
 
Antidiskriminierungsnetzwerk in Baden-Württemberg
Heilbronner Str. 180
70191 Stuttgart

0711/1656-108

0711/165649108

kontakt@antidiskriminierungsforum.eu
www.antidiskriminierungsforum.eu

Beratung für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen in Baden-Württemberg

landesweite-beratung@netzwerk-lsbttiq.net
www.netzwerk-lsbttiq.net/index.php/beratung-selbsthilfe/beratung


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