Hilfe und Unterstützung

Hilfs- und Schutzangebote für von Gewalt betroffene Frauen

Finger drückt auf Klingelknopf ohne Namensschild

In Baden-Württemberg gibt es eine Vielzahl von Angeboten für die Opfer von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt. Das Frauenhilfe- und -unterstützungssystem im Land bietet betroffenen Frauen niedrigschwellige und wohnortnahe Beratung und Hilfe an.

Hilfeangebote für Frauen, die von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffen sind:
Übersicht zu den Einrichtungen für von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und Mädchen in Baden-Württemberg (PDF)

Hilfeangebote für männliche Opfer von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt:
Übersicht zu den Einrichtungen für von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffene Männer in Baden-Württemberg (PDF)

Soforthilfe-Fonds für Frauen- und Kinderschutzhäuser in Baden-Württemberg

Um die Erreichbarkeit der Frauen- und Kinderschutzhäuser in Baden-Württemberg auch in der Zeit der Corona-Pandemie sicherzustellen, hat die Landesregierung eine unbürokratische Soforthilfe in Höhe von bis zu 2 Millionen Euro aufgelegt. 

Mit der Soforthilfe des Landes soll die zeitnahe Mobilisierung der ehrenamtlichen und ehemaligen Mitarbeiterinnen sowie die Aufstockung der hauptamtlichen Beschäftigten in den Frauen- und Kinderschutzhäusern durch eine Aufwandsentschädigung für die deutlich intensivere telefonische und elektronische Betreuung der Frauen und ihrer Kinder gewährleistet werden. Zudem kann die Soforthilfe für Zuschüsse für technische Ausstattungen (PC +Telefonanlagen) sowie die technische Einrichtung verwendet werden. Um auf einen Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt vorbereitet zu sein und qualifizierte Beratung auch ohne persönliche Kontakte zu ermöglichen, stellen die Frauen- und Kinderschutzhäuser aktuell ihre Arbeitsweise um.

Vordruck Verwendungsnachweis - Soforthilfe-Fonds (DOCX)

Nothilfe für Ausweichquartiere und neue Schutzräume

Bundesweit wird mit den Lockerungen der Kontaktbeschränkungen mit einem Anstieg der Anfragen nach Schutzplätzen in den Frauen- und Kinderschutzhäusern gerechnet. Es ist das Ziel der Landesregierung, dass die Frauen- und Kinderschutzhäuser auf die pandemiebedingten Herausforderungen vorbereitet sind und die wichtige Arbeit der Frauen- und Kinderschutzhäuser sichergestellt ist. Dabei darf die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und der schutzsuchenden Frauen und deren Kinder nicht gefährdet sein. 

Die Landesregierung wird weiterhin Verantwortung für die Frauen- und Kinderschutzhäuser in der Corona-Krise übernehmen. Daher hat das Sozial- und Integrationsministerium Baden-Württemberg eine Nothilfe als freiwillige Unterstützung des Landes für Ausweichquartiere und neue Schutzplätze eingerichtet. Träger der Frauen- und Kinderschutzhäuser können Mittel für die Ausweichquartiere und neuen Schutzplätze in Form eines Projektantrages unbürokratisch beantragen. Die Nothilfe berücksichtigt nur die Mehrkosten durch die Anmietung von Ausweichquartieren und zusätzlichen Schutzplätzen. Die Nothilfe des Landes an den Ausweichquartieren und den zusätzlichen Schutzplätzen kann gewährt werden, wenn die jeweilige Kommune/der jeweilige Landkreis sich in angemessener Höhe beteiligt und die vor Ort vereinbarten Tagessätze oder sonstigen finanzielle Unterstützung an die Frauen- und Kinderschutzhäuser hierdurch nicht reduziert werden. Die Nothilfe sieht vor, dass bis zum 31.08.2020 bis zu 68 Ausweichquartiere und 34 zusätzliche Schutzplätze (102 Quartiere, z. B. Ferienwohnungen) mit einem Landeszuschuss in Höhe von max. 900 Euro pro Monat unterstützt werden. Anträge können anlassbezogen bis zum Ende der Laufzeit (31.08.2020) gestellt werden. Für die Nothilfe der Ausweichquartiere und zusätzlichen Schutzplätze werden Landesmittel in Höhe von 275.400 Euro zur Verfügung gestellt. Die Bewilligung erfolgt nach zeitlichem Eingang der Anträge und räumlicher Ausgewogenheit in den Regierungsbezirken im Rahmen der zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel. Die Anträge auf Gewährung der Nothilfe richten Sie bitte an Ihre jeweilige Ansprechpersonen in den Regierungspräsidien. 

Antrag der Anspruchsberechtigten nach der VwV Frauen- und Kinderschutzhäuser auf Gewährung einer Nothilfe zur temporären Unterbringung von gewaltbetroffenen Frauen und deren Kinder während der Corona-Pandemie (DOC)

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Darüber hinaus bietet das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ betroffenen Frauen und Mädchen, Angehörigen und Fachkräften Hilfe und Unterstützung. Die Hotline ist kostenlos, rund um die Uhr erreichbar und in 17 verschiedenen Sprachen verfügbar. Auf diese Weise können eine schnelle und kompetente Erstberatung und eine gezielte Weitervermittlung an regionale Hilfsangebote erfolgen. Selbstverständlich werden die Gespräche vertraulich und anonym geführt.