Wohnungslosenhilfe

Wohnungslosenhilfe

Hilfe für wohnungslose Menschen

  • Traurige junge Frau sitzt auf Treppe

Wer keine Wohnung hat oder von Wohnungslosigkeit bedroht ist, befindet sich in einer Notlage. Oft fehlt das soziale Umfeld, das dem Betroffenen unterstützend zur Seite steht. Deshalb ist es wichtig, die Hilfsangebote in Baden-Württemberg weiter auszubauen.

Wohnungslosigkeit führt oft zu gesellschaftlicher Ausgrenzung und Stigmatisierung. Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe ermöglichen den ersten Schritt zurück in ein normales Leben.

Kommunale Aufgabe

Für die Wohnungslosenhilfe in Baden-Württemberg sind die Kommunen zuständig. Bei den Hilfen für wohnungslose Menschen ist rechtlich zu unterscheiden zwischen

  • der sozialrechtlichen Wohnungslosenhilfe (§§ 67 ff. Sozialgesetzbuch (SGB) Zwölftes Buch (XII) und
  • der polizeirechtlichen/ordnungsrechtlichen Gefahrenabwehr (§§ 1, 3 Polizeigesetz).

Für die sozialrechtliche Wohnungslosenhilfe ist der Kreis (Sozialamt) zuständig, für die ordnungsrechtliche Gefahrenabwehr die Gemeinde als Ortspolizeibehörde.

Aktivitäten des Landes

Als freiwillige Leistung fördert das Land bauliche Investitionen in der Wohnungslosenhilfe im Rahmen des Investitionsförderprogramms Wohnungslosenhilfe. Zu den förderfähigen Einrichtungen gehören Fachberatungsstellen, Tagesstätten, Aufnahmehäuser und Wohnangebote, in denen wohnungslose Menschen Hilfe und Beratung erhalten.

2016 beträgt das Gesamtvolumen der Landesmittel für die Investitionsförderung 2,2 Millionen Euro – das gleiche Volumen wie im Vorjahr. Die Fördermittel werden in zwei Tranchen ausgegeben. Daneben gab es in den vergangenen Jahren Sonderprogramme für wohnungslose Frauen und junge Wohnungslose.

Untersuchungsvorhaben zur Situation wohnungsloser Menschen in Baden-Württemberg

In einer landesweiten Online-Befragung haben Stadt- und Landkreise, Städte und Gemeinden sowie freie Träger Auskunft über die aktuelle Situation der Wohnungsnotfallhilfe gegeben. Abgefragt wurden Art, Umfang und Struktur der Hilfe für Menschen in Wohnungsnotlagen.

Die Bestandsaufnahme soll dabei helfen, den Bedarf für Förderprojekte und für eine landesweite Steuerung des Hilfesystems in der Wohnungslosenhilfe bewerten zu können. Die bisherigen statistischen Datengrundlagen waren hierzu nur eingeschränkt aussagekräftig. Mit Kenntnis der aktuellen Lage können Planungsgrundlagen geschaffen und darauf aufbauende Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und Praxis entwickelt werden.
 
Laut der Studie, deren Ergebnisse Ende November 2015 veröffentlicht wurden, hat die Verwaltungsstrukturreform von 2005 zu vielen Verbesserungen im Bereich der Wohnungslosenhilfe geführt. Planungen auf lokaler Ebene sind heute kurzfristiger und passgenauer als früher möglich. Empfohlen wird ein landesweites Fachkonzept sowie ein noch stärkerer Fokus auf die Prävention von Wohnungslosigkeit.


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