Pflegeberufereform

Überblick

Umsetzung der Pflegeberufereform in Baden-Württemberg

Ab dem Jahr 2020 startet die neue generalistische Pflegeausbildung auch in Baden-Württemberg. Alle künftigen Pflegekräfte erlernen dann in den ersten beiden Jahren ihrer Ausbildung die gleichen Inhalte in Theorie und Praxis. Mit der Neugestaltung der Pflegeberufe soll die Ausbildung vielfältiger und damit attraktiver werden, um mehr Auszubildende für die Pflege zu gewinnen. Damit leistet die Pflegeberufereform einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels.

Mit der Reform der Pflegeberufe entfällt die alte Aufteilung in Alten-, Kinderkranken- oder Krankenpflege. Möglich bleibt eine Vertiefung in den Bereichen Altenpflege und Kinderkrankenpflege im dritten Ausbildungsjahr. Auszubildende können wählen, ob sie sich entsprechend spezialisieren oder die generalistische Pflegeausbildung fortsetzen wollen.

Die neue Ausbildung enthält Praxisbausteine aus dem gesamten Pflegespektrum vom Krankenhaus über die stationären Pflegeeinrichtungen bis hin zu den ambulanten Pflegediensten. Entsprechend breit gefächert sind die beruflichen Tätigkeitsfelder für die neuen Pflegefachkräfte. Darüber hinaus wird ergänzend ein Pflegestudium eingeführt. Dadurch werden nicht nur neue Zielgruppen für eine Berufstätigkeit in der Pflege angesprochen, sondern auch Karriereperspektiven im Anschluss an eine berufliche Pflegeausbildung eröffnet.

Pflegeschulen und Ausbildungsbetriebe bei der Umsetzung unterstützen

In Baden-Württemberg ist federführend das Ministerium für Soziales und Integration für die Umsetzung der Pflegeberufereform zuständig. Um die Schulen und Träger der praktischen Ausbildung im Land zu unterstützen, hat das Ministerium im Sommer 2018 gemeinsam mit dem Kultusministerium drei Arbeitsgruppen eingerichtet. Zusammen mit Expertinnen und Experten aus der Praxis werden hier konkrete Herausforderungen identifiziert und Lösungen entwickelt.

Die AG „Strukturen“ hat beispielsweise um Unterstützung bei der Planung der Praxiseinsätze gebeten. Das Ministerium für Soziales und Integration hat daraufhin entsprechende Fachveranstaltungen im März und April 2019 in Mannheim und Stuttgart organisiert.

Die AG „Ausbildungsinhalte“ befasst sich mit den Unterschieden der bisherigen Ausbildungen, zum Beispiel der Art der Prüfungen oder der Ausstellung der Zeugnisse und wie diese an die neue Ausbildung angepasst werden sollen.

Die AG „Finanzen“ hat die Budgetverhandlungen zu den Kosten der praktischen Ausbildung und den Ausbildungskosten der Pflegeschulen vorbereitet.

Auch müssen die Landesgesetze und Verordnungen an die neue generalistische Ausbildung angpasst werden. Noch vor der Sommerpause 2019 will das Ministerium für Soziales und Integration einen Referentenentwurf für ein entsprechendes Landesgesetz vorlegen.

Finanzierung der neuen Pflegeausbildung in Baden-Württemberg

Im Dezember 2018 haben das Ministerium für Soziales und Integration und der Ausbildungsfonds Baden-Württemberg GmbH einen öffentlich-rechtlichen Vertrag unterzeichnet, der die Finanzierung der generalistischen Pflegeausbildung im Land sicherstellt.

Die Kosten der künftigen Pflegeausbildung werden aus einem Ausgleichsfonds finanziert. Der Gesamtfinanzierungsbedarf wird von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie von der Pflegeversicherung und vom Land gedeckt. Die Träger der praktischen Ausbildung und die Pflegeschulen erhalten entsprechende Ausgleichszuweisungen aus dem Fonds.