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Integration
  • 19.04.2018

Minister Lucha besucht junge Flüchtlinge in Leonberg

  • Minister Manne Lucha hört während einem Besuch in einem Haus mit Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einem Flüchtling zu. (Foto: © dpa)

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  • Minister Manne Lucha schaut sich während einem Besuch in einem Haus mit Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge das Zimmer eines Flüchtlings an. (Foto: © dpa)

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  • Minister Manne Lucha sitzt während einem Besuch in einem Haus mit Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zwischen jungen Flüchtlingen an einem Tisch. (Foto: © dpa)

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  • Minister Manne Lucha hört während seines Besuchs in einem Haus mit Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einem jungen Flüchtling zu. (Foto: © dpa)

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  • Minister Manne Lucha spricht während einem Besuch in einem Haus mit Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit einem Polizisten. (Foto: © dpa)

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  • Minister Manne Lucha spricht während einem Besuch in einem Haus mit Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. (Foto: © dpa)

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Wie leben unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Südwesten? Davon hat sich Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha selbst ein Bild machen wollen und einige dieser Geflüchteten in einem Wohnheim in Leonberg besucht. Hier leben männliche Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren, die vor allem aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Eritrea und dem Irak stammen.

Der Afghane war 16, als er während des großen Flüchtlingszustroms 2015 nach Deutschland kam. Deutsch sprach er damals noch kein Wort, einen Ausweis hatte er auch nicht dabei. Das zuständige Jugendamt schätzte ihn auf 23. So kam es, dass der Jugendliche auf dem Papier der deutschen Behörden sieben Jahre älter war als in Wirklichkeit – bis ein offizielles Dokument aus seinem Heimatland ankam, das sein tatsächliches Alter bescheinigte. „Dann wurde ich wieder 16“, sagte der Flüchtling, der mittlerweile in einem Wohnheim in Leonberg wohnt und gut verständlich Deutsch spricht. Seinen Namen will der heute 18-Jährige nicht in der Zeitung lesen.

Anders als der junge Afghane aus Leonberg hat Hussein K., der verurteilte Mörder einer Freiburger Studentin, bewusst gelogen, als man bei seiner Einreise sein Alter feststellen wollte – ebenso wie mehrere junge Männer aus Nordafrika, die seit Monaten in Mannheim Straftaten begehen. Seit das bekannt ist, diskutiert die Landespolitik wieder über die Altersfeststellung bei so genannten UMAs (unbegleiteten minderjährigen Ausländern). Ob durch Lügen oder nicht, fest steht: Es passieren Fehler.

Michael Weinmann, der im Leonberger Wohnheim täglich mit den jungen Menschen aus Afghanistan, Syrien, Irak und Nordafrika zusammenarbeitet, kann nicht verstehen, warum die Debatte derzeit so hochkocht. „Das hat in der Praxis kaum Anwendung. Es kommen doch gar keine UMAs mehr an – und die, die da sind, werden langsam alle volljährig.“ Für Weinmann und seine Kollegen in Leonberg gibt es viel drängendere Probleme: Wie können die jungen Männer ihre Ausbildung antreten, wenn ihr Asylantrag abgelehnt wird? Was passiert mit den Flüchtlingen, wenn sie keine UMAs mehr sind? Wo können sie wohnen, wenn der Mietvertrag des Wohnheims ausläuft?

Auch der junge afghanische Bewohner kann die Aufregung um die Altersermittlung nicht ganz verstehen. „Ich glaube nicht, dass es viele Flüchtlinge gibt, die ein falsches Alter angeben“, sagte der 18-Jährige, der zurzeit auf einen Ausbildungsplatz in Leonberg hofft. „Warum sollte man das tun, was bringt einem das?“

Quelle: dpa/lsw


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